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Die instrumenteilen Grundlagen.
bracht. Ein um den Mittelpunkt der Scheibe schwenkbarer Alhidadenarm besitzt ebenfalls ein Absehen und trägt an einer verbreitetten Stelle die Inschrift :
Moser Prao 1779
Es sind uns somit der Name des Erfinders und des Herstellers, sowie Ort und Jahreszahl der Anfertigung des Instrumentes überliefert. Das hölzerne quadratische Brett ist auf einem mit Gelenken versehenen, 1,30 m hohen Dreifuß aufgestellt. Welchen Vorteil die Teilung in 12 Doppelstunden haben soll und wie mit dem Instrument gearbeitet wurde, konnte nicht ermittelt werden.
Rittingers Visierinstrument mit Gradbogen.
Dieses aus dem Jahre 1851 stammende Instrument wurde bereits im Abschnitt der Bussoleninstrumente erwähnt, da es auch mit einer Zielbussole ausgerüstet werden kann. Als reines Zielinstrument aber ist es vollkommen ähnlich einem Winkelweiser gebaut (Bild 74).
Es ist, wie ebenfalls erwähnt, im Technischen Museum in Wien 1 vorhanden.
Das RiTTiNGERsche Visierinstrument besteht aus einem 400 mm langen Arm, der an seinen beiden Enden ein Abschauen trägt und an dem unterhalb ein messingenes „Kompaßstäbchen“ befestigt ist. Der Arm ist in seiner Mitte um einen zum Aufstellbiigel gehörigen waagrechten Zapfen kippbar und kann mittels einer Elügelschraube in der angezielten Richtung festgeklemmt werden. Das Instrument ist auf einem hölzernen Dreifuß von 1,10 m Höhe aufgestellt. Die Beine sind in halber Höhe abschraubbar. Um mit dem RiTTiNGERschen Visierinstrument zu arbeiten, wurde an das „Kompaßstäbchen“ ein Gradbogen gehängt und nach Anzielung einer dazugehörigen Zielscheibe der Höhenwinkel abgelesen. Das Streichen einer Zugseite wurde mit dem RiTTiNGERschen Visierkoni paß bestimmt. Ein dazugehöriges Ziel- gerät wird noch besprochen werden.
Bild 74. Rittingers Visierinstrument m. Gradbogen a. d. Jahre 1851.
Bild 75. Catageo- labium von Giuliani aus dem Jahre 1798. Links unten das dazugehörige Zielgerät, rechts unten der vierbeinige Aufstellstuhl. (Nach P. Wilski, Markscheidekunde 1., S. 122.)
Der Theodolit.
Als Markscheiderinstrument trat der Theodolit 2 die unmittelbare Nachfolge der Eisenscheibe und Astrolabien an. Paris von Giuliani war der erste, der 1798 einen Theodolit für Grubenmessung vorgeschlagen hat (Bild 75). Ob sein „Catageo-
1 Technisches Museum Wien, Inv.-Nr. 9671.
2 Das Wort „Theodolit“ stammt aus dem Arabischen, es enthält den englischen •Artikel the, den arabischen Artikel al und das arabische Hauptwort „alhidada“ — Zeiger- kreis. Die Verballhornung mit dem doppelten Artikel entstand in England bereits im