Langen- und Winkelauftraggeräte.
123
Erfindung. Es wird die Vermutung ausgesprochen, daß die alten Markscheider der alpenländischen Erz- und Salzbergbaue ihre Grubenkarten teils mit den früher besprochenen Winkelauftraggeräten, teils aber auch mit den Kompassen selbst zulegten, da die ältesten, auf Grubenkarten dargestellten Kompasse quadratischen oder rechteckigen Einschluß haben.
Als Beispiel einer älteren Zu legeplatte wird in Bild 94 eine im Technischen Museum zu Wien 1 befindliche Zu- legeplatte aus dem -fahre 1740 gebracht.
Sie ist aus Messing verfertigt und hat eine Größe von 85 X 85 mm. ln der Mitte trägt die Zulegeplatte eine beachtenswerte Schmuckgravierung sowie die Inschrift :
* Martin Schmickhel Anno 17 4 0
und stammt demnach von jenem bereits genannten Grazer Instrumentenbauer, der das letzte in der Reihe der Schinzeuge besprochene „Silberne oder Leobener Schin- zeug“ angefertigt hat. Die Zulegeplatte ist an allen vier Seiten mit abgeschrägten Ziehkanten versehen 2 , zwei davon tragen eine Maßstabteilung von 2 Wiener Zoll Länge, die von 0 bis 10 beziffert und in je vier Viertel unterteilt ist und somit eine Verjüngung 1:5" darstellt.
Eine Zusammenfassung der alten Winkelauftraggeräte mit Ausnahme der Zulegeplatte läßt somit die Entwicklungsreihe IX erkennen.
Die jüngste Entwicklung der Winkelauftrag- und Zeichengeräte.
Die neuzeitliche Entwicklung der Winkelauftrag- und Zeichengeräte soll nur kurz angedeutet w-erden, da sie jedem Markscheider bekannt ist. Für die Auftragung markscheiderischer Messungsergebnisse stehen neuzeitliche Kartierungsgeräte verschiedener Art in Verwendung, z. B. Koordinatographen mit festem Rahmen und verschiebbaren Meßstäben oder Zeichenmaschinen mit Parallelführung und großer Winkelscheibe mit auswechselbaren Maßstablinealen. Durchleuchtungstische dienen dem genauen gleichmaßstäblichen Übertragen von Karten. Storchschnabel- oder Proportionsgeräte ermöglichen eine rasche Vergrößerung oder Verkleinerung von Plänen. Auch Lichtbildgeräte werden bereits zu diesem Zweck herangezogen. Die Verwendung eines Affinzeichners von Fox ist mir aber aus ostmärkischen Bergbauen nicht bekannt.
1 Inv.-Nr. 9694.
2 C. Krause, Entwicklung, 1. c., S. 45, erwähnt, daß August Beter 1749 erstmalig ihre abgeschrägten Karten mit Maßstäben versieht. Martin Schmickhel hat dies bereits fast ein Jahrzehnt früher getan.
Bild 94. Zulegeplatte aus dem Jahre 1740.
( 3 L der not. Größe.)