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1940: Siebentes Heft : Die Entwicklung des Markscheidewesens im Lande Österreich / von Franz Kirnbauer
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Die kulturelle Stellung des Markscheiders.

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gewiesen werden kann, der in der ersten Zeit staatlich verpflichtete Schiner kennt, dann aber diese den privaten Bergbauuntemehmungen oder den staatlichen Salz­bergwerken als Beamte, ohne ein öffenthches Recht auszuüben, angehören. Das Ansehen des Markscheiders war zu verschiedenen Zeitepochen verschieden. Im 15. und 16. Jahrhundert war es in Tirol und im Salzkammergut zweifellos sehr groß, der Schiner ist neben dem Bergrichter die meistgenannte Gestalt. Im beginnenden 18. Jahrhundert scheint im Salzkammergut ein Abgleiten von der hohen und ge­achteten Stellung eingetreten zu sein, wie aus der Berufung von Markscheidern aus den deutschen Bergstädten Oberungarns und dem Abstellen des Taggeldschiiidens am Hallstätter Salzberg zu erkennen ist. In allen Zeiten aber hob sich der Mark­scheider von seiner übrigen bergmännischen Umgebung deutlich ab, wie aus seiner eigenen Erwähnung in Berggesetzen, Verordnungen und zeitgenössischen Betriebs­beschreibungen hervorgeht.

Eine besondere kulturgeschichthche Erwähnung verdient noch die Nennung des Markscheiders in Bergreimen und Liedern. Es dürfte übrigens nur wenig bekannt sein, daß Johannes Mathesius, der berühmte Joachimsthaler Bergprediger, im Jahre 1559 seinen Gläubigen eine Predigt über Meßinstrumente und bergmännischen Abbau, selbstverständhch in bezug zu geistlichen Dingen, hielt, daß er von der Kanzel herab vom Kompaß und über den Magneten sprach. 1 Im berühmtenGe­meinen alten Eisenertztischen Berck-Reimen, den Mathias Abele von Lilienberg im Jahre 1655auf ein löbl. Innerbergische Haubtgewerckschafft und jetzig gegen­wärtigen Stand, etwas veränderte und neu herausgab, 2 heißt das 19. Gesätz: 3

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Ob dieses für den Markscheider des s teirischen Erz berges recht ehren­volle Lob aus der LiLiENBERGschen Fassung vom Jahre 1655 stammt oder bereits in der älteren BAiNSTiNGLschen Fassung vom Jahre 1588 enthalten ist, müßte erst untersucht werden.

Ehe diese Ausführungen geschlossen werden, möge noch auf eine kulturgeschicht­liche Seltenheit von besonderem Wert, auf eine halbplastische Darstellung eines Markscheiders mit Stock und Kompaß auf einer Ofenkachel aus der Mitte des 16. Jahrhunderts hingewiesen werden, auf die ich in der berühmten Kachelsammlung Rudolf Sommerhubers in Steyr vor kurzem aufmerksam wurde (Bild 101). Die Kachel besitzt eine Größe von 17x27,5 cm und stammt aus Tamsweg im Salz­burgischen Lungau, offenbar von einem spätmittelalterigen Ofen eines Gewerken- hauses des damaligen Golderzbergbaus. Außer dem Markscheider sind noch zwei in den Felsen arbeitende Häuer, ein einen Hunt ausfördernder Bergknappe sowie

1 Die Sarepta des Johannes Mathesius. Abh. u. Ber. d. Deutsch. Mus. S. 40. VDI-Verlag, Berlin 1932.

2 . . .und der im Jahre 1923 anläßlich eines Bergmannsliederabends in Leoben nach Jahrhunderten wieder in seiner phrygischen Tonart erklang.

3 K. Mautner, Der gemeine alte Eisenerztische Berck-Reimen. S. 20. Graz 1919.