Heft 
1940: Siebentes Heft : Die Entwicklung des Markscheidewesens im Lande Österreich / von Franz Kirnbauer
Entstehung
Seite
143
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E. Zusammenfassung.

Wenn wir nun zusammenfassend die einzelnen Abschnitte der vorliegenden Arbeit über die Entwicklung des Markscheidewesens im deutschen Österreich überblicken, so ist folgendes festzustellen:

Es wurde der Versuch unternommen, die Entwicklung des österreichischen Mark­scheidewesens von ihren Grundlagen her möglichst eingehend zu erfassen und darzu­stellen. Dem räumlichen Umfang nach war dies in bezug auf die geschichtlichen, geistigen, instrumenteilen und kulturellen Belange gegeben, der Zeit nach von den ältesten Zeiten markscheiderischer Tätigkeit an bis zur Mitte des vergangenen Jahr­hunderts, ohne daß dieser Zeitpunkt, der durch die hauptsächliche Einführung des Theodolits in der Grube gekennzeichnet ist, eine starre Grenze gewesen wäre oder den Gesamtüberblick bis in unsere Gegenwart verhindert haben avürde.

Ich bin mit dieser Untersuchung einer vollkommen neuen Aufgabe gegen­übergestanden, ohne mich auf irgend welche wesentlichen Teilarbeiten stützen zu können. Ich war bestrebt, eine lebendige Verbindung einstiger alter Mark­scheidergeräte zu unseren heutigen neuzeitigen Instrumenten herzustellen. Diesem Streben entsprang auch der Gedanke, eine Einteilung markscheiderischer Messungsarten zusammenzustellen, die einerseits das Anfangsglied, anderseits das Endglied der zu einem jeweiligen Meßverfahren benützten oder notwendigen Mark­scheiderinstrumente geben sollte (Beilage I). Diese Einteilung war sow'ohl gedanklich als auch stofflich nicht immer leicht, jedenfalls aber ist sie neu. Die Winkelmeßin­strumente wurden unterschieden in solche mit mechanischer Verkörperung der Win­kelschenkel und in solche, die eine Darstellung der Winkelschenkel durch eine Ziellinie aufweisen. Die mechanische Verkörperung der Winkelschenkel kann, wie wir gesehen haben, durch Kerben, Ritze in Wachs oder metallene Alhidadenarme an Instrumenten verschiedenster Art erfolgen oder aber auch durch die ständig nach Nord weisende Magnetnadel eines Kompasses und seiner Verziehschnur, Gehäusekante oder Hänge­ebene gegeben sein. Die optische Darstellung der Winkelschenkel eines Winkelmeß- instrumentes erfolgt durch eine Ziellinie, die durch ein Abschauen oder vermittels eines Fernrohrs erhalten werden kann. Wird nun ein Kompaß mit einer Zielein­richtung versehen, so haben wir ein Winkelmeßinstrument vor uns, das den einen Winkelschenkel auf mechanische, den anderen auf optische Art festlegt.

Wie bereits im Laufe der Arbeit beobachtet werden konnte, war ich weiters be­müht, die Aufzählung und Beschreibung der einzelnen Markscheiderinstrumente einem entwicklungsgeschichtlichen Gesichtspunkte unterzuordnen, ausgehend von der Tatsache, daß nicht nur im Leben, sondern auch in der Technik alles fließt. Aus diesem Gedanken heraus sind die schon während der Untersuchung