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Ludwig Erhard.
Techniker, eine fortlaufende Bibliographie zur Geschichte der Technik Österreichs und Berichte über technikgeschichtliche Denkmale.
Eine Kartei als Quellennachweis wurde gleich im ersten Bestandsjahre begonnen und von A. Bihl, einem Schüler Srbiks, und Th. Stampfl unter der Leitung Erhards weitergeführt.
Im Jahre 1932 nahm das Institut die Pflege technischer Schriftdenkmäler in Angriff und legte besonderen Wert auf die Förderung von Betriebsarchiven. Gemeinsam mit dem unter der Leitung des Generalstaatsarchivars Dr. Ludwig Bittner stehenden Archivamt in Wien wurde ein „Merkblatt zur Anlegung von Betriebsarchiven“ ausgearbeitet, das auch im 45. Band der „Archivalischen Zeitschrift“ in Nürnberg erschienen ist und in verschiedenen Fällen von Erfolg war.
Den Denkmalen der Technikgeschichte sind viele Aufsätze in den Bf TG gewidmet und zahlreiche Gutachten über die Erhaltung solcher Denkmale wurden erstattet, wie auch in einzelnen Fällen Maßnahmen zu deren Erhaltung, z. B. eines Wandgemäldes in Leithen bei Seefeld in Tirol, durchgeführt. 1
Vorträge und Vortragsreihen sind vom Institut und auf seine Anregung hin in Wien und in anderen Städten der Ostmark veranstaltet worden. Erwähnt seien die Vortragsreihen von neun Vorträgen „Aus der Geschichte der Technik im österreichischen Rundfunk 1933“ und Vorträge „Aus Österreichs Technikgeschichte“ in den folgenden Jahren.
Erhard hat als w ichtige Aufgabe des Instituts die Ehrung bedeutender heimischer Techniker aufgenommen, die durch Lebensbeschreibungen, Denkmäler, Gedenktafeln und Stiftungen erfolgte. Schon in der dritten Sitzung des Arbeitsausschusses am 7. Oktober 1931 wurden die Vorarbeiten für eine Ehrung von Dr. Carl Auer von Welsbach begonnen, die in den folgenden Jahren unter reger Anteilnahme des In- und Auslandes weitergeführt wurden und zur Herausgabe einer Biographie Auers , 2 zur Errichtung eines Denkmales im Jahre 1935 3 nach dem Entwurf von Prof. W. Frass, zur Veranstaltung einer Gedächtnisausstellung im Technischen Museum 4 sowie zur Bildung einer Auerstiftung führten. Aus dem reichen Sammlungsergebnis konnte auch eine Gedenktafel mit einem Relief Auers nach dem Entwurf von Prof. L. Hujer in der Lichttechnischen Abteilung des Deutschen Museums in München angebracht werden. Ein von Prof. Georgii angefertigtes Relief Auers fand in dem Ehrensaal des Deutschen Museums Aufnahme, was als erstmalige Ehrung eines ostmärkischen Forschers und Erfinders als besondere Auszeichnung zu werten ist.
Noch während der Arbeiten für die Ehrung Auers von Welsbach beschloß der Arbeitsausschuß eine ähnliche, dem Andenken Viktor Kaplans, des Erfinders der nach ihm benannten hochschnelläufigen Wasserturbine, gewidmete Aktion auf-
1 BfTG H. 3, S. 101, Wien 1936.
2 F. Sedlacek, Auer von Welsbach. Bf TG II. 2, 85 S. mit 30 Textabb. und einem Quellen- und Schrifttumsverzeichnis, Wien 1934.
3 Die Enthüllungsfeier des Auer-Welsbach-Denkmals in: BfTG H. 3, S. 87ff., Wien 1936.
4 F. Sedlacek, „Die Dr. Carl Auer-Welsbach Gedächtnisausstellung im Technischen Museum für Industrie und Gewerbe in Wien“ in: BfTG H. 3, S. 74 bis 83, Wien 1936.