Ludwig Erhard.
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zunehmen. Im Jahre 1935 begann ein Sonderausschuß die Arbeiten, die als Ergebnis die Herausgabe einer Lebensbeschreibung von Prof. A. Lechner 193b, 1 die Errichtung von Gedenktafeln am Geburtshause Kaplans in Mürzzuschlag im Jahre 1936, im Deutschen Museum in München 1937, beide nach Entwürfen von K. Holey mit Reliefbildnissen von A. Endstorffer, und in Stockholm 1936, die Widmung einer Radierung von Prof. W. Dachauer an das Technische Museum in Wien und die Errichtung einer Kaplanstiftung hatten. — Eine gleiche Aufgabe zur Ehrung des Physikers August Musger, des österreichischen Erfinders der Zeitlupe, wurde im Jahre 1937 in Angriff genommen und im Jahre 1938 erschien ein Lebensbild Musgers von Prof. Dr. Paul von Schrott in der Reihe der Veröffentlichungen des Instituts. 2 Die Anbringung einer Gedenktafel am Geburtshaus Musgers in Eisenerz ist beabsichtigt.
Im Jahre 1938 beschloß der Arbeitsausschuß die Bildung eines besonderen Fonds für Forschungsarbeiten und die Ehrung österreichischer Techniker und Erfinder, der dazu bestimmt ist, Geldmittel für die Ehrung auch jener Persönlichkeiten zur Verfügung zu stellen, die nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Industrie standen, in welchen Fällen die Veranstaltung von Sammlungen nicht so ertragversprechend sein könnte, wie im Falle Auers von Welsbach und Viktor Kaplans. Aus diesen beiden Stiftungen konnten an würdige Hörer der Technischen Hochschule in Wien Studienbeihilfen gewidmet werden.
Hierher gehört auch die vom Institut angeregte und im Jahre 1936 erfolgte Herausgabe einer Markenreihe der Postverwaltung mit Bildern österreichischer Techniker und Erfinder nach Entwürfen von Prof. W. Dachauer 3 .
So ist der Plan, bedeutende Techniker zu ehren, in mehrfacher Hinsicht verwirklicht und die Absicht, ihr Werk und ihr Schaffen lebendig zu erhalten, erfüllt worden.
Einer im Arbeitsausschuß von Prof, von Srbik gegebenen Anregung folgend, technosophische Arbeiten in den Beiträgen der Veröffentlichungen des Instituts zu berücksichtigen, erschienen vor allem aus der Feder Erhards derartige Arbeiten. 4 in seinen technosophischen Arbeiten kommt Erhard immer wieder auf die Beziehungen der Technik als Lebensäußerung zu den Schöpfungen der Natur und versucht, die Begriffe Biotechnik und Technobiotik klarzustellen.
Den Ausklang der wissenschaftlichen Tätigkeit Erhards bilden seine Arbeiten über „Volkstechnik“. Er hat die Volkstechnik als dritten stammverwandten Zweig der Volkskunde dem Volkslied und der Volkskunst angegliedert und sich mit Erfolg bemüht, den neuen Begriff darzulegen. 5 Nachdem schon früher in den BfTG vereinzelte Arbeiten auf diesem Gebiete erschienen waren, die Erhard auf S. 3
1 BfTG H. 3, S. 15—74, Wien 1936. Auch als Sonderdruck erschienen.
2 BfTG H. 4, S. 22—39, Wien 1938. Auch als Sonderdruck erschienen.
3 Josef Ressel, Carl Ritter von Ghega, Josef Werndl, Carl Frh. Auer von Welsbach, Viktor Kaplan.
4 L. Erhard, Zur Entwicklungsgeschichte der Technik. BfTG H. 1, S. 3, 1932. Derselbe, Vom Lebenssinn der Technik, ebenda H. 3, S. 3, 1936. Das Weltbild der Technik in: „Wiener Zeitung“ vom 21. Oktober 1932. Holey, Das Ethos der Technik in: „Österr. Rundschau“ 4. Jg. H. 1, Wien, 1938.
5 BfTG H. 8, S. 28.