Aufsatz 
Ludwig Erhard / von Karl Holey
Entstehung
Seite
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Museum in Wien seinen ehemaligen Direktor und der Arbeitsausschuß des For­schungsinstitutes für Technikgeschichte seinen Leiter.

Die Charaktereigenschaften Erhards, zäher, unbeugsamer Arbeitswille und un­beirrbare Folgerichtigkeit werden glücklich ergänzt durch die Wesenszüge seiner gewinnenden Persönlichkeit. Selbstlose Hilfsbereitschaft, offene Lauterkeit und Treue gepaart mit einem grundgütigen Humor gewannen ihm viele Freunde und halfen ihm, Widerstände zu besiegen. Seine Bescheidenheit kennzeichnete die Worte, mit denen er bei seinem 75. Geburtstag alle Verdienste von sich ablehnte und zum Schluß sagte:Es lohnt sich schon, so alt zu werden, wenn man so viele Beweise

Bild 6. Wohnsitz und Sterbehaus Ludwig Erhards in Baden bei Wien

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treuer Freundschaft erfährt. Mit seinem Humor trug er oft dazu bei, die Stim­mung bei feierlichen Anlässen in fröhliche Laune hinüberzuleiten. Als die Haupt­versammlung des YDI am Kobenzl ihren Abschiedsabend feierte, trug ein von Erhard verfaßtes launiges Bühnenstück dazu bei, daß diese schöne und denk­würdige Veranstaltung einen herzenswarmen Ausklang nahm.

Die Liebe zur Natur und zu der Alpenwelt führte ihn immer wieder bis kurz vor seinem Tode in die Berge, nach Tirol und in die Voralpen in der Umgebung Wiens und es ist für seine Naturverbundenheit und Treue bezeichnend, daß er durch 46 Jahre dem Deutschen Alpenverein als Mitglied angehörte.

Wenn wir am Beginne unseres Versuches, das Lebenswerk Erhards zu schildern, auf die Geradlinigkeit und Folgerichtigkeit seines Lebensganzes hingewiesen haben, so tritt das besonders deutlich in den drei Hauptabschnitten seines Lebens hervor.

In enger Verbundenheit mit der technischen Wirtschaft unserer Zeit steht der Beginn seines Schaffens, getragen von warmem sozialem Empfinden und immer geleitet von dem Streben, das technische Wesen mit seinem tieferen Sinn zu erfüllen.