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Kurt von Lössl
jedoch wogen Anschluß Verhandlungen mit dem Großherzogtum. Württemberg. Daher wurde der Bau anfangs nur ian einigen wenigen Stellen begonnen. Der Bau dieser Bahnstrecke machte Lössl auch später noch verschiedentlich Sorgen. Im Oktober 1847 erfolgte eine Explosion im ßtaufener Tunnel, bei der ein Meßgehilfe tödlich verunglückte. Infolgedessen wurden die Bauarbeiten eingestellt. Die politischen Ereignisse des Jahres 1848 verzögerten die Bauausführung auch weiterhin.
Im August 1848 wurde Lössl zur Sektion Burgau zwecks Projektierung der Bahnlinie Augsburg—Ulm berufen. Nach beschleunigter Fertigstellung des Bauplanes übersiedelte Lössl nach Immenstadt. Nach Beendigung seiner Amtsgeschäfte an der Strecke Kempten—Lindau wurde er sofort für die Vorarbeiten zum Bahnbau München—Salzburg bestimmt. Im November 1849 hatte er die generelle Projektierung dieser Linie vollendet.
Im gleichen Monat vermählte sich Friedrich von Lössl mit Fräulein Luise Probst. Um diese Zeit kam es wegen des politischen Verhaltens Lössls im Revolutionsjahr 1848 zu unangenehmen Auseinandersetzungen mit den Behörden. Er kam in den Verdacht liberaler Gesinnung und des Eintretens für die großdeutsche Idee. Diese Einstellung, über die mehrere Vernehmungen stattfanden, hinderte noch in späteren Jahren Lössls Anstellung bei der bayerischen Ostbahngesellschaft.
Inzwischen waren die Arbeiten bei der Bausektion Immenstadt ziemlich beendet und wurden an die Sektion Kempten übergeben. Lössl übersiedelte nach München und war dort für den Lokomotivbauer Maffei mit Arbeiten aus Anilaß der Gründung der Bahngesellschaft München-Salzburg beschäftigt. Diese begannen mit nivellatorischen Aufnahmen der Strecke, die bei Großhesselohe die Isar überschritt und dann über Holzkirchen—Rosenheim—Traunstein nach Salzburg führte. Die ersten Terrainaufnahmen erfolgten bei Holzkirchen. Lössl, der von seiner Tätigkeit als Sektionsingenieur in Immenstadt für drei Monate beurlaubt worden war, konnte sich ganz den technischen Arbeiten der München- Salzburg-Bahn widmen. Da der Bau der Brücken der erwähnten Bahnstrecke besonders schwierige Aufgaben stellte, unternahm Lössl eine Studienreise nach Plauen zur Göltschtalbrücke, die kurz vorher vollendet worden war. Auch wurde die sogenannte „schiefe Ebene“ bei Neuenmarkt-Wirsberg besichtigt; es war dies eine Strecke großer Steigung von beträchtlicher Länge. Derartige Gefällestrecken waren in der damaligen Zeit wegen der mangelhaften Handbremsen gefürchtet und galten als gefährlich. Da die Salzburger Bahnlinie gleichfalls bedeutende Steigungen und Gefälle aufwies, wollte Lössl sich über schon gemachte Betriebserfahrungen orientieren. Im September 1850 waren die Baupläne für München— Salzburg im wesentlichen vollendet, so daß stellenweise die Bauarbeiten aufgenommen werden konnten. Das Jahr 1852 brachte bei dieser Strecke für Lössl die feierliche Grundsteinlegung der Isarbrücke, außerdem den Bau der Traunbrücke bei Traunstein und des schwierig herzustellenden Bahnkörpers in den Chiemseemooren.
In dieser Zeit hatte Lössl viel an Schichtreliefs gearbeitet und eines dieser Reliefs auf der Industrieausstellung in München ausgestellt, wo es großes Auf-