Aufsatz 
Der Lebenslauf Friedrich Ritter von Lössls / von Kurt von Lössl
Entstehung
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Kurt von Lössl

sprechende Stellung im Ausland zu erhalten. Bei seinem Ruf war es ihm leicht, eine solche in kurzer Zeit zu finden: Das Jahr 1856 brachte ihm in Öster­reich die Stellung als Ingenieur 1. Klasse der Kaiserin-Elisabeth-Bahn. Sein Wohnsitz war zunächst Salzburg. Er hatte die Bahntrassierung der Strecke SalzburgFreilassing durch zufüihren und war außerdem beim Bahnbau LinzSalzburg tätig, dem die Trassierung der Strecke WelsPassau folgte. Ende des gleichen Jahres wurde Lössl zum Betriebs- und Bahnerhaltungschef der Elisabeth-Bahn in Linz ernannt. Die Stellung erforderte viel betriebliches Wissen; oft hatte er in dieser Zeit auch Züge von hochgestellten Persönlich­keiten auf der Lokomotive zu begleiten.

Auch die Tätigkeit in Linz gestattete 'es Lössl, neben dem Beruf seine eigenen Ideen.zu verfolgen. Auf der Donau und der Enns wurden Versuchsfahrten mit einem von ihm gebauten Schiff durchgeführt, das durch die Strömungsenergie des Flusses bergwärts fahren konnte. Dieses Schiff war so konstruiert, daß zwei große Wasserräder, ähnlich wie bei einer Schiffsmühle, von der Strö­mung getrieben wurden. Die Achse dieser Wasserräder, die quer über das Schiff 15ef r trieb über ein Kettengetriebe ein Stachelrad an, das durch Federkraft auf den Grund des Flusses gedrückt wurde. Bei den zahlreichen Fahrten ergaben sich alsbald Schäden im Kettengetriebe, die die Arbeiten sehr behinderten, da, wenn solche auftraten, das Schiff von der Strömung abgetrieben und beschädigt wurde. Schließlich legte jedoch Lössls Schiff mit demSelf-Propeller, wie der Erfinder den Antrieb nannte, am 20. März 1860 flußaufwärts eine Wegstrecke mit einer Fahrgeschwindigkeit von etwa 2 km je Stunde zurück. Es war damit erwiesen, daß ein Schiff unter Ausnützung der Strömungsenergie, wenn auch langsam, flußaufwärts fahren konnte. Diese Erfindung wurde jedoch durch den tech­nischen Fortschritt rasch überholt. Sie war dazu erdacht, um das althergebrachte Schleppen von Schiffen mittels Pferden zu ersetzen. Da aber inzwischen die ersten Schleppdampfer in Betrieb genommen worden waren, konnte der An­trieb mit dem schwächere Vortriebskraft aufweisenden und daher langsameren Self-Propeller keinen Erfolg mehr versprechen und wurde aufgegeben.

- Für die Londoner Weltausstellung hatte Lössl ein Schichtlinienrelief ange­fertigt. Er unternahm deshalb im Jahre 1862 eine Urlaubsreise zu dieser Welt­ausstellung und hatte dort die Befriedigung, daß seine kartographischen Arbeiten voll anerkannt und mit der Goldenen Medaille ausgezeichnet wurden. Das Kensington-Museum übernahm nach der Ausstellung das Relief.

In die Linzer Zeit fallen auch (ausgedehnte Untersuchungen der ersten da­mals von Paris gelieferten Aneroidbarometer. Lössl verwendete eine große An­zahl derartiger Instrumente zunächst bei Versuchen und gebrauchte sie später bei seiner Berufsarbeit zu praktischen Höhenmessungen.

Hauptberuflich nahm Lössl in dieser Zeit Terrainstudien bei Braunau und Simbach sowie bei Ried für die Trassierung der Bahnbaue LinzRiedBraunau vor. Lössl war damals auch viel in München, um dort Verhandlungen wegen die­ser Bahnlinie zu führen. Im März 1865 nahm er die Direktorstelle an der Rieder Bahn an und bekam zur Besorgung der Vorarbeiten dieses Bahnprpjektes von der Elisabeth-Westbahn einen längeren Urlaub bewilligt.