Aufsatz 
Der Lebenslauf Friedrich Ritter von Lössls / von Kurt von Lössl
Entstehung
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Friedrich Kitter von Lössl.

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Das Jahr 1866 staxwl von Anfang an unter dem Eindruck der politischen Spannung und der Kriegsgefahr. Diese hemmte seit längerer Zeit alle Unterneh­mungen für Eisenbahnneubauten und infolgedessen auch die Inangriffnahme des Rieder Bahnbaues. Lössl kehrte deshalb wieder zu seiner ursprünglichen Tätig­keit als Bahnerhaltungsingenieur in Linz zurück. Im Mai 1866 verkehrten die ersten Militärzüge in der Umgebung dieser Stadt.

Lössl wurde im Juni dieses Jahres zum Vorstand des Betriebsdienstes der ersten Abteilung der Kaiserin-Elisabeth-Westbahn mit dem Amtssitz Wien er­nannt. Die inzwischen eingetretenen Kriegsereignisse erforderten anstrengende dienstliche Tätigkeit. Vom Juni bis August dauerte diese gesteigerte Inanspruch­nahme der Bahn an, die durch das damals neuartige Verladen von Artillerie- und Kavallerieformationen im Westbahnhof noch vermehrt wurde. Ende Juni 1866 war Waffenruhe eingetreten. Lössl wurde zur Dienstleistung in die Di­rektion der Elisabeth-Westbahn berufen.

Im August führte ihn eine Urlaubsreise von Wien über München, Stuttgart, Nancy nach Paris. Die Stadt besichtigte er eingehend, besonders auch die Welt­ausstellung, die eben dort stattfand., Von Paris ging es zum Mont-Cenis-Tunnel, der damals im Bau war. Hier interessierten Lössl besonders die Lüftungseinrich­tungen und die Kraftanlagen beim Tunnelbau. Über Lausanne, Zürich, Lindau und Immenstadt kehrte er nach Linz zurück.

Als der Pferdebetrieb auf der Bahnlinie LinzBudweds durch den Loko- motivbetrieb ersetzt werden sollte, muhte deren Strecke neu trassiert und projek­tiert werden. Diese Arbeit wurde Lössl übertragen und von ihm rasch durch­geführt. Sie war beendet, als er im August 1868 seine Stellung bei der Kaiserin- Elisabeth-Westbahn aufgäb, um sich privat verschiedenen anderen Projekten zu? zuwenden. Zunächst trassierte er im Auftrag der Ungarischen Allgemeinen Kreditanstalt die Bahnlinie FünfkirchenMohaosEssegSissek und dann an­schließend für neu konzessionierte Gesellschaften die Linie PrzemyslSambor StanislauDrohobycs und Borislaw; ferner die Linie von Dolina über die Kar­pathen nach Ruszt. Diese Bahntrassierungen in einsamen, kaum kultivierten Gegenden Galiziens waren mit vielen Unannehmlichkeiten und großen körper­lichen Anstrengungen verbunden. In seinen Aufzeichnungen äußert sich Lössl oft humorvoll über die bescheidenen Quartiere und über die wirtschaftlichen Verhältnisse im damaligen Galizien. Anschließend an diese Arbeiten trassierte er die Bahn LaibachKarlstadt und einige kleinere Strecken.

Nach Erledigung dieser Aufgaben wurde Lössl die Oberleitung des Rieder Bahnbaues von Neumarkt über Ried nach Braunau-iSimbach übertragen, Lössl hatte hierzu schon vor einigen Jahren wie bereits erwähnt sämtliche Vor­arbeiten durchgeführt. Trotz der langwierigen pneumatischen Fundierung der Innbrücke bei Braunau konnte dieser Bahnbau noch vor Ende 1870 beendet und die Strecke im November dieses Jahres dem Verkehr übergeben werden. -Die Bahnlinie ging in das Eigentum der Kaiserin-Elisabeth-Westbahn über, . Un­mittelbar anschließend an die Beendigung des Rieder Bahnbaues begannen die Vorarbeiten für die Salzkammergutbahn SchärdingRiedIschlAussee Selztal. '