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Kurt von Lössl
dem Uhrmacher Mahler aus der dortigen Gegend förderte seine Pläne und Untersuchungen über die Ausführbarkeit selbstwirkender Luftmotoren, die nicht nach Art der Windmühlen, .sendern mittels hermetisch eingeschlossener Luftmassen arbeiten. Dieser Uhrmacher hatte an der Sonnenseite seines langgestreckten
Hauses eine lange eiserne Stange unterhalb der Dachrinne angebracht, deren eines Ende fest eingemauert war, während das andere Ende sich frei bewegen konnte; dieses schob sich unter dem Einfluß der Temperaturschwankungen der Luft und der hierdurch bewirkten Ausdehnung und Zusammenziehung der Eisenstange mit großer Kraft hin und her. Die mechanische Arbeit wurde mittels eines Hebelwerkes in das Innere des Hauses geleitet, dort durch Gewichte aufgespeichert und dann zum Aufziehen von Uhren und zu anderen Arbeitsleistungen verwendet. Uhrmacher Mahler hatte auch eine Zimmeruhr angefertigt, die durch ein System verschiedener Metallstangen, deren Längenänderungen durch Ausdehnung und Zusummenziehung infolge der Temperatur- Schwankungen sinnreich ausgenützt waren, aufgezogen wurde. Diese Uhr ist später Eigentum des Erzbischofs von München geworden.
Lössl überlegte nun, daß der räumliche Ausdehnungskoeffizient der Luft bedeutend größer ist als der des Eisens und daß bei dieser schon die Temperaturdifferenz von 1° C eine Ausdehnung um 1 / 3 °/o des Rauminhalts zur Folge hat. Eine hermetisch eingeschlossene große Luftmenge mußte also vermittels der natürlichen Luftdruckschwankungen erhebliche Arbeitsleistungen aufbringen können. Das Projekt wurde von Lössl in seiner Linzer Zeit so weit durchgearbeitet, daß es nun verwirklicht werden konnte.
Die ersten Uhren dieser Art, die Lössl anfertigen ließ, waren in geschlossenen Räumen zu verwendende Wanduhren. Deren Präzisionswerke waren mit Gewichtsantrieben versehen, die eine Laufzeit von etwazwei Monaten hatten. Im unteren Teil jeder dieser Uhren befand sich ein Luftkolben, der sich in einem
Abb. 3. „Autodynamische Uhr“; im unteren Teil der Luftkolben, der durch seine von den Luftdruck- und Temperaturschwankungen her vor gerufenen Bewegungen ein Aufziehen der Uhr bewerkstelligte.
Zylinder auf und ab schieben konnte. Der Kolben war mit einer Kette verbunden, die bei Bewegung des Kolbens in einer der Richtungen das Aufziehen des Gewichtes bewirkte. Der Zylinder stand durch ein dünnes Bleiröhrchen in Verbindung mit einem Blechkessel, der, dem Sonnenlicht zugänglich, an der Außenwand des Hauses angebracht war. Es zeigte sich, daß die Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht völlig ausreichten, um die Uhr ständig aufzuziehen. Das Aufziehen der Uhr konnte aber auch schon beobachtet werden, wenn bei Sonnen-