Aufsatz 
Die Arbeiten Friedrich Ritter von Lössls auf aerodynamischem und flug-mechanischem Gebiet / Ernst von Lössl
Entstehung
Seite
27
Einzelbild herunterladen

Die Arbeiten Friedrich Ritter von Lössls.

27

nähme der Flächengrüße nicht auch das Eigengewicht proportional bleibt, son­dern für größere Flächen, da dieselben steif sein müssen, ein größeres Einheits­gewicht der Flächenkonstrukt.ion nötig wird, somit eine mehr als proportionale Gewichtsvermehrung eintritt. Im Anschluß an dieses Gesetz wies er auch den Gewichtsvorteil des Mehrdeckers nach.

Der zweite Teil des Buches ist demFall durch die Luft gewidmet. Gesetze des senkrechten Falles haben zwar mit Fragen über die Möglichkeit des dynami­schen Fluges wenig zu tun, aber die Fallgesetze werden zu solchen des schrägen Falles erweitert und führten dann, wie gezeigt weiden wird, zu einer bemerkens­werten Gleichung für die Flugarbeit.

Die Fallgesetze mit Luftwiderstand hat Lössl aus dem dynami­schen Hauptsatz entwickelt, wonach die Beschleunigungskraft gleich der Masse des beschleunigten Körpers mal der Beschleunigung ist. Als Beschleunigungs­kraft setzt er das Gewicht minus dem Luftwiderstand (nach seiner Formel) also:

G F -v 2 = mp 9

oder

yFv 2 G

dv

dh

Setzt man noch p =- ein, und v 5 so kann man durch Integration die

(XX (XX

3 Fallgleiohungen in der Form

v = / (t); h = f ( t ) und v = f (h)

erhalten nebst einer Gleichung für die Endgeschwindigkeit des fallenden Körpers

Die Fallgesetze mit Luftwiderstand sind von Lössl zum erstenmal in dieser prägnanten Form wiedergegeben worden, denn das NEWTONsche Fallgesetz für Kugeln lautet wesentlich anders. Allerdings fehlt in den Formeln von Lössl ein

Luftwiderstandsbeiwert, da ja seine Widerstandsformel F v 2 benutzt wurde;

sie gelten aber sofort auch allgemein, wenn man anstatt y eine Konstante G w 'y einsetzt, so lange der Formwiderstand überwiegt, y ungefähr konstant bleibt (also für nicht zu große Höhendifferenzen) und beim Fall die Schallgeschwindig­keit nicht überschritten wird. Damit sind auch die Annahmen des Ansatzes präzisiert.

Im Anschluß an ein weiterhin entwickeltes Gesetz für schräg fallende Plat­ten, dessen Betrachtungsweise heute nicht mehr befriedigt, wird eine Gleichung für die horizontale Schwebearbeit entwickelt:

f V i 1 G 9 9 V (F + bv)y

A + A

wobei die BezeichnungenA = Stirnwiderstandsarbeit undA 1 = Arbeitsbedarf zum Hub des Gewichtes aus der mit V fallenden Bahn in die horizontale Schwebe­bahn gebraucht werden (f = äquivalente Stirnfläche, b = Spannweite der Fläche).

Teohnlkgeschichte, 10. Heft. 3