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Ernst von Lössl
Es wird hier also ganz klar aufgeteilt in eine mit der dritten Potenz von v wachsende Anbeit zur Überwindung des Stirnwiderstandes und eine mit wachsendem v und b abnehmende Arbeit zur Auftriebserzeugung (w’obei D — G ist). Dividiert man den zweiten Summanden durch v, so hat man ein Gesetz für den „induzierten Widerstand“. Es ist von Interesse, dieses mit dem etwa zwei Jahrzehnte später entwickelten PRANDTLschen Gesetz für den induzierten Widerstand von Flügeln elliptischer Auftriebsverteilung zu vergleichen:
Lössl
b 2 +b,
Prandtl
Der ähnliche Aufbau der beiden Formeln ist ohne weiteres ersichtlich. In Bild 8 wurde die Arbeit A t = W t . v eingetragen, abhängig von v nach Tabelle XI,
F. v.Un l
L. Prandtl
V
Bild 8. Arbeit A\ = Wi xv abhängig von v nach Tabelle XI, S. 222/223, von Lössl für eine fliegende Taube und zum Vergleich nach der Formel von Prandtl berechnet. Die Formel von Lössl nimmt das Charakteristische der viel später entstandenen Prandtischen Formel des induzierten Widerstandes vorweg.
S. 222/223 von Lössl für eine fliegende Taube und zum Vergleich nach der Formel von Prandtl berechnet. Man sieht, wie gut die Formel von Lössl das Charakteristische wiedergibt, wenn sie auch keinen Anspruch auf Genauigkeit hat. Er hat bei Entwicklung der Arbeitsgleichung auch schon mit ähnlichen Vorstellungen gearbeitet, wie sie später z. B. mit der hinter dem Flügel abgehenden, mit Wirbeln bedeckten Fläche oder dem 'sekundlich von der Fläche nach abwärts beschleunigten Luftzylinder zum Ziel führten. Er führte nämlich eine „Sekundliche Unterstützungsfläche“ des Flügels F + bv ein und berechnet, daß die „Sinkgeschwindigkeit“ um so kleiner wird, je größer diese Fläche ist; die ausschlaggebende Rolle von b und v geht daraus hervor.
Am Schluß dieser Ausführungen sei erwähnt, daß entgegen dem Eindruck, der vielleicht beim Leser entstanden sein mag, Lössl nicht etwa in der Hauptsache mit Ansätzen der Mechanik seine Luftwiderstandstheorie und Flugmecha-