Wilhelm Kress.
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führt© im Jahre 1885 zum Erfinderschutz des „Gottage-Piano“ (Bild 5), dessen Platzbedarf nicht größer als jener eines Pianinos war, obwohl es die Tonfülle eines Flügels besaß. Diese Erfindung erwies sich jedoch bald als wirtschaftlicher Fehlschlag, der sich auch dahin auswirkte, daß sich Kress nun durch einige Jahre gezwungen sah, dem Broterwerb intensiver nachzugehen, ein Umstand, der sein flugtechnisches Streben stark beeinträchtigte.
: Zu den Freunden, die Kress stets — auch in den schwersten Zeiten — die Treue hielten, gehörte der Wiener Zeitungsmann Victor Silrerer, der 1883 die „Allgemeine Sportzeitung“ als erste Sportzeitung des europäischen Festlandes begründet hatte. Er erwarb sich als Kugelballonführer einen auch im
Bild 5. Cottage-Piano nach der deutschen Patentschrift Nr. 35917 vom 18. Juni 188(>. „Klavier mit schräge gelagerten Ressonanzboden, schrägem Rost und desgleichen Saitenbezug in Verbindung mit Schallkammern.“
Ausland gekannten Namen und war ein werktätiger Förderer aller flugtechnischen Bestrebungen seiner Heimatstadt. Silberer ist für Kress auch späterhin nachdrücklich eingetreten.
1888 veranstaltete Silberer auf dem Ballonhaus-Gelände der von ihm geschaffenen Wiener Aeronautischen Anstalt im Prater eine „Ausstellung der Luftschiffahrt“, die am 1. April ihre Tore öffnete und bis Oktober dauerte. Auf dieser Schau war Kress — als einziger Aussteller, der Modelle im Fluge zeigen konnte — mit zwei Baumustern ©eines freifliegenden „Aeroveloce“ und mit einem aeronautischen Spielzeug „Cocon“ vertreten. Als Kaiser Franz Josef die Ausstellung besuchte, ©teilte Silberer Kress dem Monarchen vor. Dieser zeigte sich von den vom Erfinder gegebenen Erklärungen und von der Vorführung der freifliegenden Modelle stark beeindruckt und ist Kress von da an ein hoher Gönner und Förderer geblieben. Wohl das einzige erhalten