Heft 
1948: Zehntes Heft
Entstehung
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Erich Kurzel-Runtsciieiner

wird niemand, der sich ernsthaft mit der Geschichte des Geschützwesens befaßt, diese Arbeit 'unbeachtet lassen können.

Die zweite der Veröffentlichungen, auf die hier hingewiesen wird, sind die von Ulf Täckholm verfaßten, 1937 in Upsala erschienenenStudien über den Bergbau der römischen Kaiser zeit. 2 Auch hier wiederum um­fassende Quellenstudien und Zitate antiker Quellen; daß nicht nur jene in lateini­scher, sondern auch jene in griechischer Sprache unübersetzt im Texte stehen, macht das Studium dieses Werkes allerdings zu einer selbst für den aus dem humanistischen Gymnasium Hervorgegangenen und wie wenige Ingenieure sind dies zur schwierigen Aufgabe. Es wird aber nicht nur eine bisher noch nie versuchte Übersicht über das behandelte Thema geboten, sondern auch auf die Einzelgebiete eingegangen; zu diesen gehört auch das Noricum, woraus sich für die Frühgeschichte des Bergbaues unseres Heimatlandes wichtige Erkennt­nisse ergeben.

Besonders erwähnenswert unter den die technische Geschichte Österreichs behandelnden Veröffentlichungen ist aber die auf völlig neuartigen Gesichts­punkten aufgebaute tiefschürfende StudieDie Radmeister am steiri­schen Enzberg bis 1625, die die Verfasserin Dr. phil. Maja Loehr als eine soziologische Untersuchung bezeichnet. 3 Diese schon 1941 abgeschlossene Dar­stellung konnte nur aus einer jahrelangen gründlichen Beschäftigung mit dem überaus breiten Stoffgebiet in einer Arbeitsweise entstehen, die wir schon aus anderen Arbeiten der bewährten Verfasserin, insbesondere aber aus ihrem Buch Leoben, Werden und Wesen einer Stadt kennengelernt haben. 4 Wird hier dasStadtwerden, die Entstehung einergegründeten Stadt an einem typischen Beispiel bis in die letzten Einzelheiten aufgezeigt, so wird dort dem arteigenen Wesen der Eisenkammergutleute als Kultur- und Wirtschaftsträger, soweit sie Radmeister des Innerberger und Vordernberger Gebietes waren, bis zur 1625 erfolgten Gründung der Hauptgewerkschaft unter Darstellung des Ur­sprunges, des Aufstieges, des Niederganges, des Ausscheidens oder der Abwan­derung nachgegangen. Daandere Teile, die Hammermeister und Eisenverleger behandelnd, sowie eine eingehendeDarstellung der kulturellen Bedeutung der Eisenleute für ihre Zeit und Umgebung der vorliegenden Veröffentlichung fol­gen sollen, sei der Wunsch ausgesprochen, daß diese tunlichst bald im DruCk er­scheinen können.

In der Reihe derWolfrum-Bücher enthalten -mehrere Bändchen auch technikgeschichtliche Angaben. So beschreibt der bekannte Kunsthistoriker Dr. Franz Kieslinger in seinerGlasmalerei in Österreich betitelten Arbeit 5 sehr anschaulich die Herstellung eines mittelalterlichen Glasgemäldes.

2 Täckholm Ulf:Studien über den Bergbau der römischen Kaiserzeit, Upsala 1937, Appelbergs Boktryckeriaktiebolag.

3 Loehr Maja:Die Radmeister am steirischen Erzberg bis 1625, Sonderdruck ausMitteilungen des Museums für Bergbau, Geologie und Technik am Landes-Museum Joanneum in Graz, Heft 5 (1947).

4 Loehr Maja:Leoben, Werden und Wesen einer Stadt, verlegt bei Rudolf M. Rohrer, Baden bei Wien, 1934.

5 Kieslinger Franz:Glasmalerei in Österreich, Wolfrumbücher Nr. 9, Wien 1947.