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Erich Kurzel-Runtsciieiner
wird niemand, der sich ernsthaft mit der Geschichte des Geschützwesens befaßt, diese Arbeit 'unbeachtet lassen können.
Die zweite der Veröffentlichungen, auf die hier hingewiesen wird, sind die von Ulf Täckholm verfaßten, 1937 in Upsala erschienenen „Studien über den Bergbau der römischen Kaiser zeit“. 2 Auch hier wiederum umfassende Quellenstudien und Zitate antiker Quellen; daß nicht nur jene in lateinischer, sondern auch jene in griechischer Sprache unübersetzt im Texte stehen, macht das Studium dieses Werkes allerdings zu einer selbst für den aus dem humanistischen Gymnasium Hervorgegangenen — und wie wenige Ingenieure sind dies — zur schwierigen Aufgabe. Es wird aber nicht nur eine bisher noch nie versuchte Übersicht über das behandelte Thema geboten, sondern auch auf die Einzelgebiete eingegangen; zu diesen gehört auch das Noricum, woraus sich für die Frühgeschichte des Bergbaues unseres Heimatlandes wichtige Erkenntnisse ergeben.
Besonders erwähnenswert unter den die technische Geschichte Österreichs behandelnden Veröffentlichungen ist aber die auf völlig neuartigen Gesichtspunkten aufgebaute tiefschürfende Studie „Die Radmeister am steirischen Enzberg bis 1625“, die die Verfasserin Dr. phil. Maja Loehr als eine „soziologische Untersuchung“ bezeichnet. 3 Diese schon 1941 abgeschlossene Darstellung konnte nur aus einer jahrelangen gründlichen Beschäftigung mit dem „überaus breiten Stoffgebiet“ in einer Arbeitsweise entstehen, die wir schon aus anderen Arbeiten der bewährten Verfasserin, insbesondere aber aus ihrem Buch „Leoben, Werden und Wesen einer Stadt“ kennengelernt haben. 4 Wird hier das „Stadtwerden“, die Entstehung einer „gegründeten“ Stadt an einem typischen Beispiel bis in die letzten Einzelheiten aufgezeigt, so wird dort dem „arteigenen Wesen der Eisenkammergutleute als Kultur- und Wirtschaftsträger“, soweit sie Radmeister des Innerberger und Vordernberger Gebietes waren, bis zur 1625 erfolgten Gründung der Hauptgewerkschaft unter Darstellung des Ursprunges, des Aufstieges, des Niederganges, des Ausscheidens oder der Abwanderung nachgegangen. Da „andere Teile, die Hammermeister und Eisenverleger behandelnd, sowie eine eingehende ‘Darstellung der kulturellen Bedeutung der Eisenleute für ihre Zeit und Umgebung“ der vorliegenden Veröffentlichung folgen sollen, sei der Wunsch ausgesprochen, daß diese tunlichst bald im DruCk erscheinen können.
In der Reihe der „Wolfrum-Bücher“ enthalten -mehrere Bändchen auch technikgeschichtliche Angaben. So beschreibt der bekannte Kunsthistoriker Dr. Franz Kieslinger in seiner „Glasmalerei in Österreich“ betitelten Arbeit 5 sehr anschaulich die Herstellung eines mittelalterlichen Glasgemäldes.
2 Täckholm Ulf: „Studien über den Bergbau der römischen Kaiserzeit“, Upsala 1937, Appelbergs Boktryckeriaktiebolag.
3 Loehr Maja: „Die Radmeister am steirischen Erzberg bis 1625“, Sonderdruck aus „Mitteilungen des Museums für Bergbau, Geologie und Technik am Landes-Museum Joanneum in Graz“, Heft 5 (1947).
4 Loehr Maja: „Leoben, Werden und Wesen einer Stadt“, verlegt bei Rudolf M. Rohrer, Baden bei Wien, 1934.
5 Kieslinger Franz: „Glasmalerei in Österreich, Wolfrumbücher Nr. 9, Wien 1947.