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Erich Kurzel-Runtscheiner
In die Schilderung der Entwicklung Gasteins „vom Wildbad zum Weltbad“ ist die Geschichte des gold- und silberfündigen Bergbaues „im Gastun“ eingeflochten. Er begann um die Mitte des 14. Jahrhunderts, wurde wiederholt stillgelegt und endete — vorläufig, so wollen wir hoffen — mit der Einstellung des Goldbergbaues der 'Gewerkschaft Radhausberg am 1. August 1941 auf Befehl des Reichswirtschaftsminiisteriums in Berlin, das auch alle Maschinen ausbauen und abtransportieren ließ. Damit ging eine alte ruhmreiche Tradition zu Ende, die ihren Gipfelpunkt in der großartigen Gestalt des Christoph Weitmoser gefunden hat, der ein Zeitgenosse Kaiser Maximilians I. und ein mächtiger und bergerfahrener Gewerke war. Zimburgs Bericht zeichnet die Geschichte des Gasteiner Bergbaues nach, der den steilen Aufstieg und den langsam sich bemerkbar machenden Abfall in der Gewerkenzeit schildert. Dann wird der Leser durch die Zeiten der Fürsterzbischöflichen Bergbau-verwaltung geführt, deren tragischer Höhepunkt die Protestantemvertreibung des Jahres 1732 bildet — eine ihrer Folgeerscheinungen schildert Goethes „Hermann und Dorothea“. Dann leitet Zimburgs Bericht über zum kaiserlich-österreichischen Montanbetrieb, der den einst blühenden Bergsegen verkümmern ließ und endlich 1864 den Abbau gänzlich eiuistellte. Für den technikgeschichtlich Interessierten sind ferner jene Kapitel wichtig, die über den 1901 bis 1905 durchgeführten Bau der Tauernibahn berichten, der als Eisenbahningenieur Karl Imhof ins Land brachte. Dieser übernahm nach der Fertigstellung dieses Bahnbaues das Erbe der schon 1866 gegründeten Gewerkschaft Radhausberg die den Abbau 1907 hatte einstellen müssen. Imhofs Bergbaubetrieb wurde jäh durch den ersten Weltkrieg 1914 bis 1918 unterbrochen., aber nach dessen Ende wieder auf genommen. 1927 eingestellt, wurde der Goldbergbau am Radhausberg durch eine englische Unternehmung wieder in 'Gang gebracht, deren Interessen bei Beginn des 'zweiten Weltkrieges in deutsche Hände übergingen, die den Betrieb aber auch nicht auf die Dauer aufrechterhalten konnten. Ihn wieder aufzunehmen, wäre, wenn dieser Versuch erfolgreich durchgeführt werden könnte, sicher im eminenten Interesse Österreichs.
Nun lenken wir die Aufmerksamkeit auf vier weitere, von österreichischen Verlegern herausgegebene Fachwerke. Sie heißen: Julius Duhm „Winke für hoohbauliche 'Qualitätsarbeit“, 8 Max Soeser „Bauführung und Bauverrechnung von Hoch- und Tiefbauten“, 9 Ludwig Motzko „Kälte und Wärme in der Luft“, 10 sowie Franz Kracmar „Allgemeine Hochfrequenztechnik, 1. Teil. Physikalische
8 Julius Duhm, „Winke für hochbauliche Qualitätsarbeit. Schademsbehebungen und Adaptierungen im Hochbau“, mit 280 Abbildungen und 6 Tabellen im Text. Band IV der „Technischen Handbücher für Baupraktiker“, herausgegeben von Hofrat Prof. Dr. techn. J. Duhm. Verlag Georg Fromme & Co., Wien 1948.
9 Max iSoeser, „Bauführung und Bauverrechnung von Hoch- und Tiefbauten“, mit 9 Zeichnungen und 15 Tabellen im Text. Band III der „Technischen Handbücher für Baupraktiker“, herausgegeben von Hofrat Prof. Dr. techn. J. Duhm. Verlag Georg Fromme & Co., Wien 1948.
10 Ludwig Motzko, „Kälte und Wärme in Erde und Luft, ihre Ausnützung für technische und landwirtschaftliche Zwecke“, Manzsche Verlagsbuchhandlung o. J. (1949).