Technikgeschichtliche B ücherschau.
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Grundlagen“. 11 Die beiden ersten der hier aufgezählten Arbeiten gehören der vom Hochschuldozenten Dr. techn. Julius Duhm, Hof rat im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft herausgegebenen Fachbuch reihe „Technische Handbücher für Bauprakt'iker“ an. Jene Arbeit, die „Winke für hochbauliche Qualitätsarbeit“ heißt, gibt dem Baumeister nicht nur diese in reicher Fülle aus der langjährigen Erfahrung des Verfassers und Herausgebers, sondern gibt auch Ratschläge, die sich bei Sohadensbehebungen und Adaptierungen im Hochbau bestens verwerten lassen. Der Verfasser des /zweiten Bandes ist der unlängst verstorbene Honorarprofessor der Wiener Technischen Hochschule Baurat h. c. Dipl.-Ing. iMax Soeser (1880—1945), der seit 1928 an dieser Schule Baubetriebslehre vortrug und der schon 1930 unter dem Titel „Allgemeine Baubetriebslehre“ einen wertvollen Behelf für die Praxis des Hoch- und Ingenieurbaues verfaßt und im Verlag Springer, Berlin, veröffentlicht hat. Soeser war weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt, insbesondere als Meister rationeller Bauvorbereitung und Bauplatzeinrichtung; er hat dieses sein Können und Wissen als vorzüglicher akademischer Lehrer vielen Generationen von jungen Bauingenieuren und Architekten vermittelt. Daß dieses Buch eines solchen Autors fachlich wertvoll ist, braucht nicht weiter betont zu werden; Soeser schrieb aber auch einen flüssigen Stil, und der Verlag hat dieses Buch wie alle Bände der Reihe, auf deren Erscheinen schon im Heft 10 dieser Blätter hingewiesen wurde, gefällig ausgestattet. Motzkos „Kälte und Wärme in der Luft“ weist dieselben Vorzüge wie das eben erwähnte Werk auf. Der Verfasser bespricht zunächst die wichtigsten Aufgaben, die bei Bewetterung von Wohnbauten zu lösen sind, dann deren geophysikalische und klimatologische Voraussetzungen, den Wärmeschutz, die Voraussetzungen für die Bewetterung in den einzelnen Klimaten und bringt endlich physikalische Berechnungen verschiedener sich in der Praxis ergebender Fälle. Motzkos Buch behandelt einen Stoiff, der kaum jemals in deutscher Sprache in so umfassender und wissenschaftlicher Weise dargelegt wurde. Kracmars Werk berichtet zunächst über die Schaltelemente der allgemeinen Hochfrequenztechnik, geht dann auf den geschlossenen Schwingungskreis und auf die von diesen vermittelte Ausbreitung elektromagnetischer Wellen über, um mit der Besprechung der Funktionen der Antenne und mit den physikalischen Grundlagen der Elektronenröhre zu enden. — Jedes dieser vier Bücher ist ein vortreffliches wissenschaftliches Werk und jedes ist von einem Könner seines Faches verfaßt; keiner von ihnen aber gibt in der Einleitung einen, wenn auch nur kurzen Überblick über den Weg, der zum Stand von heute führte.
Eine Arbeit, die nicht nur den Stand von heute zeigt, sondern auch über den Weg dahin berichtet, enthält das von Karl Hurich verfaßte Buch „Einführung in die Kiinotechnilk“. 12 In ihm ist den die Probleme von heute behandelnden Kapiteln eines vorausgeschickt, das die geschichtliche Entwicklung darlegt. In diesem wird auch auf die österreichischen Pionierleistungen auf dem Gebiet der
11 Franz Kracmar, „Allgemeine Hochfrequenztechnik“. Erster Teil, Physikalische Grundlagen. Universum Verlagsges. m. b. H., Wien 1947.
12 Karl Hurich, „Einführung in die Kinotechnilk“, mit 130 Abbildungen. Verlag Franz Deut icke, Wien 1949.