Technikgeschichtliche Bücherschau.
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der Röntge »strahlen, der El ek tro nerus t rah len und der Strahlen des Radiums besprochen. Am Ende wird sodann die Herstellung künstlicher radioaktiver Stoffe unter Verwendung von Strahlen, deren Anwendung im Elektronenmikroskop und bei der Entfesselung der Atomkernenergie aufgezeigt sowie festgestellt, daß die Forschung nun erkannt hat, daß die größtmögliche und konzentrierteste aller Energiequellen als Ausfluß der Kraft jene ist, die „die Welt in ihrem Innersten zusammenhält“ und daß die Technik vor eine große, ganz neuartige Zukunft gestellt wurde, die herbeizuführen und in den Dienst friedlicher Zwecke zu stellen, mit allen Mitteln versucht werden muß.
Ein in jeder Beziehung — als da ist Vermittlung von Fachkenntnissen, Textgestaltung und Bebilderung — lobenswertes Buch trägt den Titel „Die Groß- glodkner-Hochalpenstraße“ 15 und ist von deren Erbauer Hofrat Dipl.-Ing. Franz Wallack verfaßt. Dieser schildert die Entstehung des Baugedanikens, die grundlegenden Vorarbeiten, die Widerstände, die sich gegen die Verwirklichung auftürmten, deren allmähliche Niederringung und endlich die Phasen der Durchführung des Baues. Jeder, der je das beglückende Erlebnis genoß, Wallacks Großglocknerstraße /befahren zu können, wird in den Wunsch mit einstimmen: Möge es diesem Pionier der Erschließung des österreichischen Hochgebirges für den Kraftwagenverkehr gelingen, auch sein zweites Projekt dieser Art, den Bau der Gerlosstraße, zu verwirklichen, mit der in hochalpinen Lagen eine zweite Verbindung geschaffen würde zwischen den Ländern Tirol und Salzburg.
Eine sowohl durch Textgestaltung, als auch durch Abbildungsmaterial, sowie durch die beigegebenen zahlreichen und äußerst übersichtlich ausgeführten graphischen Darstellungen geradezu vorbildliche Jubiläumsgabe ist die Festschrift „50 Jahre städtisches Großgaswerk Wien ^Simme ring“. 16 Diese Schrift berichtet zunächst über die Geschichte der Gaserzeugung in Wien vor der Erbauung des Gaswerkes Simmering, das das erste kommunale Großgaswerk in der Welt war. Trotz aller Widerstände und düsteren Prophezeiungen hat Bürgermeister Doktor Karl Lueger es gewagt, den Bau dieser Gasversorgungsanlage zu unternehmen. Sie wurde Ende Oktober 1899, nachdem die bis dahin Wien mehr schlecht denn recht versorgenden englischen Gasgesellschaften nach der vorgeschriebenen Kündigungsfrist ihre Lieferung hatten einstellen müssen, in Betrieb gesetzt. Auch jener Männer, die im Betrieb und in der städtischen Verwaltung des weiteren für dieses Gaswerk sorgten, wird in ehrender Weise gedacht. Die letzten Kapitel berichten über die furchtbaren Zerstörungen, die in den Monaten am Ende des Krieges und im Kampfe um Wien im Simmeringer Gaswerk verursacht wurden, sowie über den mit behelfsmäßigen Mitteln begonnenen, systematisch weitergeführten und nun zu gutem Ende gebrachten Wiederaufbau des Werkes. Mit berechtigtem Stolz wird darauf hingewiesen, daß im Jahre 1949 bis auf geringe Ausnahmen sämtliche Kriegsschäden an Gebäuden, Apparaten und Maschinen behoben werden konnten, so daß das Werk nicht nur wieder ein friedensmäßiges
15 Dipl.-Ing. F. Wallack, „Die Großglockner-iHochalpenstraße, die Geschichte ihres Baues“. 'Springer-Verlag, Wien 1949.
16 „50 Jahre städtisches Großgaswerk Wien-Simmering“, Wien 1949, im Selbstverlag des Werkes.