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Erich Kurzel-Runtscheiner
Aussehen bekam, sondern daß auch seine Lieferungen zur Zeit weitaus größer sind als vor dem Beginn des zweiten Weltkrieges. Nach öOjährigem Bestände muß, wenn Wien auch im später gebauten Gaswerk Leopoldau einen weitaus moderneren Betrieb dieser Art besitzt, doch anerkannt werden, daß die Leistung der Männer, die das Simmeringer Werk schufen, wagemutig und ihrer Zeit vorauseilend gewesen ist.
Die nächste zu besprechende Veröffentlichung ist das Firmenjubiläumswerk „25 Jahre Tiroler Wasserkraftwerke A. G.“ 17 In diesem wird in buchtechnisch vollendeter und technisch einwandfreier Form, von prächtigen Abbildungen und sehr übersichtlichen schematischen Darstellungen begleitet, über das Entstehen und ülber die Leistungen dieses wichtigen Unternehmens der österreichischen Energiewirtschaft berichtet. Daß als Umrahmung für dessen Kraftwerke und Fernleitungen die schöne tirolische Landschaft gezeigt werden kann, erhöht naturgemäß den Reiz des Berichtes. Dieser bringt alle wissenswerten Einzelheiten über die Stromgewinnungsanlagen des Achenseewerkes, jenes bei Bos- dornau, des Inmkraftwerkes Kirchbichl, des Gerloskraftwerkes, der Umspannwerke sowie jene des Hochspannungsnetzes zur Kenntnis des Lesers; auch der Hotelbetrieb, die Schiffahrt am Achensee und die Einrichtungen zur sozialen Betreuung der Angestelltenschaft werden besprochen. Alles in allem: es ist eine dem blühenden gemeinwirtschaftlichen Unternehmen würdige Form, in der hier Werden und Sein eines Wirtschaftsgebildes geschildert wird, das vom Land Tirol und von der Stadt Innsbruck in Zusammenarbeit mit privatem Unternehmungsgeist und Ingenieurkönnen geschaffen wurde iim Dienste der Allgemeinheit und zum Nutzen jener, die das alles ins Leben gerufen haben.
Wertvolle Hinweise auf einzelne Leistungen und auf Pioniere des Wasserbaues und der Wasserwirtschaft Österreichs in alter Zeit bringt das aus Anlaß der Wasserwirtschaftstagung in Bad Ischl herausgegebene Heft der Fachzeitschrift „Österreichische Wasserwirtschaft“, 18 die seit ikurzem wieder erscheint. Dieses Heft enthält den Aufsatz „Die Wasserwirtschaft der Traun in Vergangenheit und Gegenwart“ vom Hofrat der oberösterreichischen Landesregierung Dipl.-Ing. Franz Rosenauer und jenen von Dr. Alfred Hoffmann, Linz, „Thomas Seeauer und der Wasserweg von Hallstatt nach Prag“. Aus diesen durch Quellenstudium belegten Berichten ist zu ersehen, daß Österreichs Wasserbau auf das ehrfurchtheischende Alter von über 7 Jahrhunderten zurückblioken kann. Die treibende Kraft, die diesen Zweig der Technik im Salzkammergut entstehen ließ, war das Salz und die Notwendigkeit, es über weite Lande, insbesondere auch über Böhmen zu verteilen. Die 'bedeutendste Persönlichkeit der durch mehrere Jahrhunderte fortgesetzten Bemühungen, den Transport des Salzes von
17 „25 Jahre Tiroler Wasserkraftwerke A. G.“ Im Selbstverlag. Innsbruck 1949,
18 Dipl.-Ing. Franz Rosenauer, „Die Wasserwirtschaft in Vergangenheit und Gegenwart“ und Dr. Alfred Hoffmann, „Thomas iS eeauer und der Wasserweg von Hallstatt nach Prag“, in: „österreichische Wasserwirtschaft“, Jahrgang 1, Heft 5/6, herausgegeben im Aufträge des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, des Bun- desministeriums für Handel und Wiederaufbau und des Österreichischen Wasserwirtschaf tsverbandes. Springer-Verlag, Wien 1949.