Heft 
1949: Elftes Heft
Entstehung
Seite
107
Einzelbild herunterladen

Technikgeschiehtliche Bücherschau.

107

den alpenländischen Gewinnungsstätten nach Böhmen, das über Salz nicht ver­fügt, tunlichst weit zn Wasser durchzuführen, war jener Thomas Seeauer. über den der zweite Aufsatz berichtet. Er verbesserte den Schiffsweg der Traun und machte große Teile der Moldau schiffbar, bevor er 1586 oder 1587 es wird be­hauptet, 110 Jahre alt starb.

Auch dieFestschrift zur 50-Jahr-Feier der Stadterhebung von Schwaz 19 erinnert an ein Jubiläum. Gerade dem Kundigen erscheint es, als ob Schwaz, dessen Silberbergbau schon am Beginn des 15. Jahrhunderts zu wachsen anfirug, das zu Kaiser Maximilians Zeiten in Hochblüte stand, in dem als an einem der Zentren des Siliberhandels ein Zweig der Familie Fugger sich niedergelassen halte, dessen Ansichten die Siedlung schon im Schwazer Bergbuch von1556 und im Merian von 1630 von Mauern wohlbewehrt zeigen,immer schon eine Stadt gewesen sei. Und doch hat erst Kaiser Franz Joseph Schwaz 1899 das Stadt­recht verliehen. Aus der großen Bedeutung, die der Bergbau am Falkenstein einst hatte, wäre der Stadtverwaltung wohl die Verpflichtung erwachsen, eine um­fassende und auf ad hoc durchgeführtem Quellenstudium basierte Bergbauge­schichte von Schwaz durch einen gewiegten Historiker verfassen zu lassen. So muß sich der nach neuen Erkenntnissen Fahndende mit schon Bekanntem be­gnügen, das die sonst gut gearbeitete Jubiläumsschrift enthält.

Ebenfalls mit der Geschichte einer Stadt beschäftigt sich das friedensmäßig ausgestattete und inhaltlich bedeutsame BuchBrauau am Inn, ein Denkmal mittelalterlichen Stadtbaues 20 von Artur Waltl, das zur Reihe der wertvollen, vom Amt der oberösterreichischen Landesregierung he raus gegebenen Arbeiten gehört. Waltls Buch behandelt Probleme der Stadtgründung und des Städte­baues, die mit dem scharfen Blick des gewiegten Baubeamten und Ingenieurs gesehen sind. Es behandelt, von den Problemen ausgehend, die sich dem Stadt­gründer und dem Stadterweiterer um die Wende des Mittelalters zur Neuzeit stellten, in seinen entscheidenden Gedankengängen die Grundfragen der Anlage von Siedlungen, die die Machthaber und die Stadtbürger jener Zeiten zu lösen hatten. Man muß zurückgehen bis zu Dr. Maja Loehrs grundlegendem Buch Leoben, Werden und Sein einer Stadt, auf das bereits im Heft 10 dieser Blätter hingewiesen wurde, will man ein städtebaugeschichtliches Buch ähnlichen geisti­gen Formates und ähnlicher Ausstattung zum Vergleich heranziehen.

Eng verflochten durch ein Jahrhundert sind die Geschicke einer anderen Stadt, nämlich Leobens, mit der am Beginn dieses Zeitraumes dorthin verlegten hohen Schule, deren Entwicklungsgang eine FestschriftDie Montanistische Hochschule Leoben 18491949 21 schildert.Ihren Absolventen, Freunden und

19Stadt Schwaz 18991949. Festschrift zur 50-Jahr-Feier der Stadterhebung. Herausgegeben im Aufträge des Gemeinderates der Stadt Schwaz. Zusammengestellt von Dir. Ed. Brandl. Im Selbstverlag, Schwaz 1949.

20 Artur Waltl,Braunau am Inn, ein Denkmal mittelalterlichen Stadtbaues, mit 64 Abbildungen. Schriftenreihe der oberösterreichischen Landesbaudirektion Nr. 5, Ver­lag Amt. der Öberösterreichischen Landesregierung, Wels 1948.

21Die Montanistische Hochschule Leoben 18491949. Festschrift zur Jubelfeier ihres hundertjährigen Bestandes in Leoben, 19. bis 21. Mai 1049. Springer-Verlag, Wien 1949.

Technikgeschichte, 11. Heft.