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Erich Kürzel- Run tscheiner
Gönnern anläßlich der Hundertjahrfeier überreicht“, schildert dieses Buch die Anfänge der Lehranstalt in Vordernberg als berg- und hüttenmännischen Cur- sus des Grazer „Joanneums“, den Peter Tunner seit 1840 abhielt, nachdem Erzherzog Johann die Vorbedingungen für diese Schule gesichert hatte. Diese „Steiermärkisch-Ständische Montanlehranstalt“ übersiedelte 1849 nach Leoben, wurde dort 1874 zur Bergakademie und 1895 zur Montanistischen Hochschule. In der Festschrift werden anschließend an die Schilderung dieser Ereignisse die Arbeitsstätten der Hochschule von heute von den leitenden Mitgliedern des Professorenkollegiums beschrieben. Je ein Kapitel ist den Absolventen, den Toten der Hochschule, der Studentenschaft und endlich eines der Stadt und dem Lande, die sie beherbergen, gewidmet. Die Jubiläumsschrift schließt mit der Feststellung, daß die Montanistische Hochschule in Leoben „der Mittelpunkt des ganzen Eisenwesens, ja des Bergwesens überhaupt in ganz Österreich“ geworden ist. Möge sie diesen Platz stets behaupten, möge es ihr gelingen — so wie einst —, auch in Zukunft zahlreiche lernbegierige angehende Berg- und Hüttenleute in ihre Lehrsäle und Laboratorien zu ziehen und damit Österreichs Ruf als Land montanistischen Könnens wiederum im Ausland verbreiten!
In die römische Kaiserzeit führt den Leser die Arbeit von Guido Uceli.i „Per la Ricostituzione del Museo delle Navi Romane del Lago die Nerni“. 22 Der Verfasser, der hier für die Wiederherstellung des Schiffsmuseums am Nemisee wirbt, ist identisch mit jenem italienischen Ingenieur, der seit Jahren mit der Errichtung eines technischen Museums, das Museo Nazionale della Scienza e della Tecnica 23 heißen wird, mit großem Geschick und unermüdlicher Ausdauer arbeitet. Er ist auch der Bruder jenes 1946 verstorbenen Arturo Uccelli, dessen vorzügliche und tiefschürfende technikgescbichtldchen Werke 24 ) 25 ) das verdiente und weltbekannte Mailänder Verlagshaus Ulrico Hoepli herausgegeben hat. Die hier besprochene Arbeit Guido Ucellis berichtet zuerst kurz über die Bergung der beiden auf den Grund des Nemisees gesunkenen Prunkbarken des Kaisers Tiberius, die nach in früherer Zeit vergeblich gemachten Versuchen bei abgelassenem See 1940 gelang und den über diesen errichteten weiträumigen Museumsbau, Arbeiten, die „die größten Leistungen auf dem Gebiet der Archäologie überhaupt“ genannt werden. Ucelli berichtet über diese Prunkbarken, ihre technischen Einrichtungen und über ihre Ausstattung und bringt viele Abbildungen bei, um sodann — was bisher nur wenigen Eingeweihten bekannt war — darzulegen, wie es zur Zerstörung kam: Im Lauf von Kampfhandlungen brach in der Nacht vom 31. Mai zum 1. Juni 1944 ein Brand aus, der den Museumsbau,
22 Guido Ucelli, „Per la Ricostituzione del Museo delle Navi Romane del Lago di Nemi“, Sonderabdruck aus „L’Ingegnere“, Milano, Heft 11, November 1048.
23 Dott. Ing. Guido Ucelli, „II Museo nazionale della Tecnica e la sua funzione didattica“, Bericht aus Anlaß des „Convegno nazionale per Listruzione industriale, Milano, 7—12 maggio 1947“.
24 Arturo Uccelli, „Enciclopedia storica delle scienze e delle loro applicazioni“, 3 Bände. Verlag Ulrico Hoepli, Milano 1941.
25 Arturo Uccelli, „Leonardo da Vinci, i libri di meccanica nelle ricostruzioni di Arturo Uccelli preceduti da un’ introduzione critica e da un ©same delle fonti, con 2516 disegni ricavati o rid'isegnati dagli originali“. Verlag Ulrico Hoepli, Milano 1940.