Löhner — vom Wagnergewerbe zur Großindustrie.
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Die Lohner-Werke waren zu einer der bedeutendsten österreichischen Flugzeugfabriken geworden.
Neben dein forcierten Bau von Land- und Wasserflugzeugen wurden der Hauptsache nach Heeresfahrzeuge aller Art hergestellt. Im Jahre 1916 erreichte die Zahl der von Löhner seit Arbeitsbeginn gebauten Fahrzeuge die Ziffer 30000, die der Flugzeuge die Ziffer 500. Die Zahl der von der Firma Loiiner bis Kriegsende gebauten Flugzeuge betrug 685, unter denen 172 Wasserflugzeuge waren.
1917 erfolgte die Umwandlung der Firma Jakob loiiner & Co. in die Firma Lohnerwerke Gesellschaft m. b. H. als Familiengesellschaft.
Noch vor Schluß des Jahres 1918 erschien in den Lohner-Werken in Floridsdorf eine Kommission der siegreichen Entente, die die im Bau befindlichen Flugzeuge zerstören ließ. Der dann zwischen den Ententestaaten und Österreich abgeschlossene Friedensvertrag von St. Germain untersagte Österreich die Herstellung von Flugzeugen aller Art. Damit war ein großes Beschäf ti gungsgebiet der Lohner-Werke ausgeschaltet, dessen Wiederbetreuung diese bedauerlicherweise sich auch dann nicht angelegen sein ließen, als der Bau von Verkehrsflugzeugen freigegeben wurde.
Die durch das Kriegsende 1918 notwendig gewordene Umstellung der Lohner- Werke auf Friedenserzeugung und die Schaffung eines Ausgleiches für den ent- ' fallenden reinen Kriegsbedarf war dadurch erleichtert, daß das Werk, mit Ausnahme der Sondereinrichtungen für den Flugzeugbau, für die Friedenserzeugung keiner anderen Einrichtung bedurfte als für die Kriegserzeugung. Mit dem Serienbau von Karosserien wurde unmittelbar begonnen und die Aufnahme des Waggonbaues eingeleitet. Inmitten dieser systematischen Vorsorgen für den ungestörten Weiterbestand des Unternehmens ereilte Ludwig Löhner am 15. Juni 1925 der Tod. Ein Schlaganfall hatte seinem Leben ein Ende gemacht. Damit ging die Führung der Lohner-Werke auf seine Söhne Max und Richard über.
Ludwig Löhner war seit 25. November 1890 mit Melanie Fenz, einer Urenkelin des bekannten österreichischen Staatsmannes Friedrich von Gentz, verheiratet. Der Ehe entsprossen sechs Söhne und eine Tochter.
über die Weiterentwicklung der Lohner-Werke nach dem Ableben Ludwig Löhners zu berichten, kann nicht Gegenstand dieser Abhandlung sein. Es soll aber festgehalten werden, daß die Betreuer des Löhner sehen Erbes sich bei der Fortführung an die Grundsätze ihrer Vorfahren gehalten haben.
Bild 9. Lohner-Flugboot.
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