Hermann von Hoernes.
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Schon in das Jahr 1890 — nach mit Sandner 1888 gemeinsam in Berlin absolvierten Aufstiegen — fällt ein Rekordflug, den Hoernes mit Leutnant Franz Eckert im Ballon „Vater Radetzky“ in der Nacht vom 10. auf den 11. Juli von Wien bis nach Posen (700 km) als erste österreichische Nacht-Ballonfahrt absolvierte. Freiballonfahrten erforderten zu jeder Zeit ganze Männer, die außerdem noch großes Fachwissen besitzen mußten 6 . Es war freilich bald klar, daß der Freiballon niemals ein Verkehrsmittel werden und daß hier nur der lenkbare Ballon eine Zukunft haben könne. Hoernes wandte deshalb seine ganze Energie auf, um dem
lenkbaren Ballon die Wege zu bereiten, und schrieb 1897: „daß die Schraube sich die Herrschaft im Reiche der Luft ebenso erringen wird, als sie das Wasser beherrscht“. Er unternahm 1911 Aufstiege mit dem deutschen Lenkluftschiff S ieme ns. Schtjckert und trat in Wort und Schrift dafür ein, nur große Luftschiffe zu bauen, da nur solche vermöge ihrer Kraft und Masse Sicherheit bieten könnten 7 .
Dieser Werbetätigkeit war es größtenteils zuzuschreiben, daß die Bauten der in eine Krise geratenen ZEPPELiN-Luftschiffe ihre Fortsetzung fanden. Wenn auch das Kapitel der Lenkluftschiffe als ein abgeschlossenes zu betrachten ist und wenn auch die meisten Luftschiffer sehr frühzeitig erkannten, daß der endgültige Sieg
6 „Eine nächtliche Luftfahrt nach Posen“, 1892. *
7 „Das ZEPPELiNsche Ballonproblem“, 1901. „Lenkbare Ballons, Rückblicke und Aussichten“, 1902. „Memorandum über lenkbare Ballons“, 1906. „Flugmaschinen oder lenkbare Ballons?“, 1908.