Aufsatz 
Baugeschichtliche Bilder von der Arlbergbahn / von K. Melicher
Entstehung
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K. Melicher

Schwierigkeiten auch dieses verhältnismäßig kurze Streckenstück von 7 km Länge innerhalb von zwei Jahren fertiggestellt wurde.

Als erstes Bauwerk dieser Sammlung schließt in Kilometer 121,516 der fast 124 m lange Hölltobelviadukt unmittelbar an den Bahnhof Dalaas an und überbrückt in einem Bogen von 250 m Radius mit sechs Gewölben, je drei von 22,0 m, drei von je 10,0 m Spannweite den Tobel (Bild 2). Durch den Einbau von besonderen Konsolsteinen in den Kämpfern der großen Gewölbe konnten, wie sich aus den Bauplänen ergibt, diese Lehrgerüste sehr einfach ausgebildet werden, wodurch nicht nur eine wesentliche Ersparnis an Rüstmaterial, sondern auch eine bedeu­tende Minderung an Ar­beitsleistung und dadurch eine raschere Fertigstel­lung des Bauwerkes erzielt wurde.

In weiterer Folge durch­bricht die Trasse in Kilo­meter 121,9 mit einem 68 m langen Tunnel den Felsen­grat des Röcken, an dessen Fuß sich noch heutigentags die idyllische Wirtschaft zum Bödli befindet.

An der Baustelle des 124 m langen Schmied­tobelviaduktes wurde in Kilometer 122,6 eine mäch­tige, rund 120 m hohe Bremsberganlage, die für den Zutransport der erforder­lichen Baustoffe von der Talsohle nötig war, hergestellt. Das hohe in einem Bogen von 500 m Radius gelegene Bauwerk überbrückt den Schmiedtobel mit drei Gewöl­ben von je 22,0 m und zwei Gewölben von je 12,0 m Spannweite (Bild 3). Die Überwölbung der mächtigen auf anstehenden Fels gegründeten bis zu 40 m hohen Pfeiler wurde in ähnlicher Art wie beim Hölltobelviadukt mit Lehrbogen und Lehrgerüsten hergestellt, die auf Konsolsteinen, die im Mauerwerk eingebaut wurden, ruhten. Unter Verwendung der elektrischen Beleuchtung war sogar durch Nachtarbeit für die zeitgerechte Fertigstellung dieses großen Bauwerkes ent­sprechend Vorsorge getroffen werden.

In der Folge führt die Trasse kaum 300 m weiter an dem gegen das Tal sich steil vorschiebenden Hang in Kilometer 123,4/5 durch den 200 m langen Engelwand­tunnel, um kurz darauf in einem 74 m langen Viadukt mit einer Öffnung zu 20,0 m zw 7 ei Öffnungen zu je 12,0 m und einer Öffnung zu 7,0 m den Brunnentobel zu über­queren.

"Wenn entlang der nun folgenden Lehne auf rund 2,0 km auch keine nennens­werten Kunstbauten hergestellt werden mußten, so war es doch erforderlich, zum Zutransport der Baustoffe aus der Talsohle für die diversen Stütz- und Futtermauern und für den Bau des Bahnhofes Hintergasse eine Reihe größerer Seilaufzüge an-

Bild 2. Hölltobelviadukt.