Baugeschichtliche Bilder von der Arlbergbahn.
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größte Umsicht und zeigte bei der Durchführung der zum Teil sehr schwierigen Bauten seine große Meisterschaft . Seine Arbeitskraft schien unerschöpflich, er kannte kein Ruhebedürfnis. Er mutete sich aber zu viel zu, seine Gesundheit war auf die Dauer der Überanstrengung nicht gewachsen, sie legte den Keim zu früher Todeskrankheit.
Ein tragisches Geschick ließ Lott die Vollendung des großen Bauprogramms namentlich seines Hauptwerkes, der Arlbergbahn, nicht mehr erleben. Ende 1882 zwang ihn ein ernstes Leiden aufs Krankenbett. Trotzdem er an den begonnenen Arbeiten noch regen Anteil nahm und die Schar seiner Mitarbeiter auf baldige Wiederherstellung hoffte, trat am 24. März 1883 der Tod als Erlöser an sein ■
Schmerzenslager. Er erreichte ein Alter von bloß 47 Jahren.
Die Leitung der verwaisten Baudirektion wurde Oberinspektor Ing. J. Potschacher übertragen. Das Verdienst, die Arbeiten glänzend organisiert und eingeleitet zu haben, verbleibt Lott; er war der geistige Urheber, das Gelingen war nicht mehr zweifelhaft. Der große Erfolg, insbesondere der gelungene Bau der Arlbergbahn und die frühe Vollendung des großen Tunnels werden stets mit seinem Namen als Spitzenleistung im österreichischen Eisenbahnbau verknüpft bleiben.
Aber selbst nach Vollendung der Arlbergbahn kam der unei - müdliche Schaffensgeist kühner Ingenieurkunst in dieser zerklüfteten Bergwelt nicht zur Ruhe. Diesmal galt seine Aufgabe der Bezähmung der in den wilden Tobeln und mächtigen Wasserfällen rastlos zu Tal stürzenden Wässer und der Nutzbarmachung ihrer Kräfte für den elektrischen Bahnbetrieb auf dieser Strecke.
Fast 40 Jahre nach dem ersten Baugetriebe wurden im Klostertal neuerliche Arbeiterunterkünfte errichtet, kühne Seilbahnen gebaut und mächtige Bremsberganlagen hergestellt, Stollen vorgetrieben und gewaltige Rohrleitungen verlegt. Diesmal galt das Schaffen der Herstellung des Kraftwerkes Spullersee, das die Strecke Innsbruck—Bludenz mit elektrischer Energie versorgt und bereits ein Vierteljahrhundert die weiße Kohle für die Arlbergbahn liefert. Sogar bis zum heutigen
Bild 5. Spullersee-Kraftwerk.
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