Aufsatz 
Kitzbühel, die alte Bergstadt / von Erich Kurzel-Runtscheiner
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Kitzbühel, die alte Bergstadt.

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und einige Jahre nach dessen Tode fort; wie denn vom Jahr 1563 bis 1607, nach Burglehners berichte 3 103 375 Centner 45 Pfund Kupfer daselbst gemacht worden*. Gewiß, mit so vielem Kupfer hätte man alle Dächer in einem großen Lande decken können. In dem Berggerichte Kitzbühel wurden zu derselben Zeit etliche und zwanzig Bergwerke gezehlet, und ich finde, daß sie zu Anfänge des siebenzehnten Jahr- hundertes noch sehr ansehnliche Gewerken und Schmelzer gehabt haben. Es waren die Grafen Fugger, die Rosenberger von Roseneck, die von Trübenbach, die Lasser von Lassereck, die Behaim von Nuremberg, Abraham Keybeck von Katzenstein und mehr andere Mitverwandte in dem Kessenthalischen und Küh- bergischen Handel. Aber bald hernach ist diess Bergwerk in ein schweres Verbauen

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Bild 2. ,,Berg Mappe von dem alten Anno 1539 erfundenen Bergwerk am Rehrer- bichl im Leokenthale des Gerichtes Küzbichl in Tirol. Nach einer vorhandenen alten von Dionisi Helfer ano 1618 verfaßten Karte. Gezeichnet von Johann Jaufenthaler, veröffentlicht in Joseph Edler von SengerDas verlassene Bergwerk am Röhrer Bühel inBeiträge zur Geschichte, Statistik, Naturkunde und Kunst von Tirol und Vorarlberg, Band 1, Innsbruck 1825.

gerathen; zumalen da seine Erzte aus so tiefen Schächten mit unsäglicher Mühe und Gefahr zu Tage gefördert werden müssen. Es ist auch noch der Umstand dabey, daß die Zechen nicht allezeit gut Wetter haben 3 .

Aus der Geschichte des Abstieges des Bergbaues am Röhrerbühel sei noch be­richtet, daß dessen Fortführung seit dem Auftreten einesSalzflusses in der Tiefe des Geisterschachtes bei einem 1632 erfolgten Wassereinbruch gesichert schien. Die Sole wurde mit hölzernen Pumpen gehoben und im nahen Oberndorf Salzpfannen aufgestellt. 16271639 wurden dort 400 000 kg Salz erzeugt. Bald aber zeigte sich die Sole so verunreinigt, daß die Salzerzeugung aufgegeben werden mußte. 1632 hatte das landesfürstliche Aerarium den gefährdeten Betrieb übernommen und ihn an die Fugger verpachtet 4 . 1659 endete der Vertrag mit diesen. Da die Fugger nicht mehr weiterbauen wollten, wurden die Schurfrechte von 1662 an vom Landesfürsten selbst ausgeübt. Der Bau war von den FuGGERn in sehr verfallenem Zustand übergeben worden. Nach neuer Gewältigung der Schächte und Strecken

* (5) errechnet, daß der tatsächliche Ertrag nur etwa ein Zehntel der von Büro­rechner angegebenen Menge betragen haben kann.