Kitzbühel, die alte Bergstadt
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von Meister Wilhelm Egartner umgebaute und erhöhte sogenannte „Große Turm“, von dem aus seinerzeit die Schichtglocke ihre Zeichen gab, und zwei kleinere Kirchlein 11 .
W ährend die Stadtansicht im Schwazer Bergbuch von 1556 mehr der allgemeinen Orientierung über das Kitzbüheler Bergbaurevier dienen sollte, zeigte die 1620 vom Kitzbüheler Bürger und Maler Andreas Faistenberger angefertigte Darstellung den Stadtkern in zwei Einzelzeichnungen sowohl vom Westen als auch vom Osten
Bild 3. „Kitzpühl die Statt und Herrschaft“ aus dem Schwazer Bergbuch 1556.
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sowie den sie umschließenden Kranz der Hügel und Berge in allen Einzelheiten 16 . Das Original ist einem im Wiener Staatsarchiv verwahrten Exemplar von Burg- lechners „Tiroler Adler“ beigeheftet. Eine Darstellung des Stadtbildes von gleicher Ausführlichkeit aus so früher Zeit hat keine andere tirolische Stadt aufzuweisen. Diese mit größter Gewissenhaftigkeit hergestellte Zeichnung zeigt, wie wenig sich der alte Baubestand des Stadtkernes bis heute verändert hat (Bild 4, 5). Besonders reizvoll ist auch die panoramaartige Darstellung der Umgegend der Stadt, die von Faistenberger wie von einem Mittelpunkt aus gesehen gezeichnet wurde 16 .
Nun sei noch kurz über die Kitzbüheler „Bergverwandten“, über die Bergbaubeamten, über die Gewerken und ihre Faktoren sowie über die Bergleute selbst berichtet. In der Stadt amtierte seit dem fünfzehnten Jahrhundert der Landesfürstliche Bergrichter. Beisitzer des Berggerichtes, dessen Amtshaus das „Berggerichtshaus“ (heute Bezirkshauptmannschaft) gewesen ist, waren von der Knapp-