66
Franz Dan gl
Stoff ein I-Iolzdocht taucht, durch den, wenn er angezündet ist, Sauerstoff getrieben wird. Ein Halteröhrchen fixiert den Docht in seiner Lage.
Babo empfiehlt überdies bereits die Verwendung einer Kobaltglasplatte als UV-Paßfilter beim Gebrauch seiner Lampe zur Fluoreszenzerregung.
Diese BABOsche Lampe diente durch nahezu fünf Jahrzehnte verschiedenen Forschern als UV-Lichtquelle, so auch z. B. Theodor Wulf 1902 bei seinen Untersuchungen lichtelektrischer Wirkungen. In diesem Zusammenhänge muß der historische Hinweis in dem Buche “Fluorescence Analysis in ultra-violet light” (.LA. Radley and Julius Grant, London, Chapman and Hall Ltd., 1948) richtiggestellt bzw. ergänzt werden.
Einen außerordentlichen Impuls erhielt die Erforschung der Fluoreszenzerscheinungen durch die in der Zeit vom 16. bis 22. September 1856 abgehaltene
32. Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte in Wien, zu deren Organisation auch der Wiener Mineraloge Dr. Wilhelm Joseph Grailich herangezogen worden war.
Obzwar Grailich, der bekanntlich das
erste Lehrbuch der Kristallphvsik ver- Bild 3. Fluoreszenzmappe nach Xoreen- währeIK , dlesel . T fahren,ler
BERG. 1856.
Naturforscher bereits ein kurzes Referat über Fluoreszenzerscheinungen hielt, mußte er. wie auch Fr. J. Pisko und V. Pierre, gesteigertes Interesse an diesen gefunden Raben, wozu zweifellos die Demonstrationen neuer Apparate und Versuche im Physikalischen Institut des Prof. Ettingshausen ,.in der Vorstadt Erdberg“ ausschlaggebend beitrugen. Wie Pisko in seiner großen Abhandlung über die Fluoreszenz erwähnt, zeigte Dr. Med. Gottlieb Nörrenberg, Professor der Physik aus Stuttgart, in diesem Rahmen erstmalig die „Fluoreszenztasche“ oder „Fluoreszenzmappe“, die kurze Zeit später in Wien als I^ehrmittel erzeugt und vertrieben wurde.
Dieses kleine, tieferstehend abgebildete Gerät (Bild 3), vor nahezu einhundert Jahren entwickelt und in den Handel gebracht, ermöglicht die bequeme Beobachtung und Demonstration von Fluoreszenzerscheinungen sowohl unter Heranziehung des UV-Anteiles des Sonnenlichtes als auch geeigneter künstlicher Lichtquellen.
Sie bestand aus einer blauen Kobaltglasplatte B und einer gelbgefärbten Glasplatte G, welche durch einen zweckmäßig gefalteten undurchsichtigen Stoff LL (Leder od. dgl.) in der aus der Zeichnung ersichtlichen Weise miteinander verbunden sind.
Eine mit fluoreszierenden Substanzen, z. B. dem gelben Bariumplatincyanür, auf gelbem Papier aufgetragene Schrift oder Zeichnung wird selbstleuchtend sichtbar, wenn das Papier mit der beschriebenen Seite gegen das Kobaltglas in das Fluoreszenztäschchen eingelegt wird und helles Tageslicht auf das Kobaltglas fällt.
Wird die blaue Glasplatte von außen mit einem undurchsichtigen Schirm bedeckt, so hört das Leuchten der Schrift augenblicklich auf. Ein Gegenversuch,