68
Franz Dangl
lographischer Hinsicht darstellt, erscheint der Hinweis auf die Abhängigkeit der Intensität der emittierten Fluoreszenzstrahlung vom größeren oder kleineren Wassergehalt der untersuchten Substanz bemerkenswert, da diese Beobachtung von anderen Forschern erst rund ein halbes Jahrhundert später neuerlich aufgegriffen und beschrieben wurde.
Franz Joseph Pisko wurde am 10. Juni 1827 zu Neurausnitz bei Brünn geboren, absolvierte die Schulen in seinem Geburtsort und das Gymnasium in Brünn, um in Wien zunächst das Studium der liechte neben philosophischen und philologischen Fächern zu betreiben. Bald aber wandte er sich der Naturwissenschaft zu und trat 1851 als Zögling in das k. k. physikalische Institut ein, um Physik und Mathematik zu studieren. Im Jahre 1853 wurde er von der Wiener Gymnasial - Prüf ungs- Commission für das Lehramt aus diesen Fächern für das ganze Gymnasium approbiert. 1852 bis 1856 wirkte er als Physikprofessor am Brünner Obergymnasium, hievon zwei Jahre als Supplent, dann als wirklicher Lehrer, 1856 wurde ihm das Lehramt für Physik an der Wiedener Com- munal-Oberrealschule in Wien verliehen, das er bis 1870 ausübte. In diesem Jahre wurde er als ordentlicher Professor der Physik an die 1717 über Anregung von Prinz Eugen von Kaiser Karl VI. gegründete k. k. Technische Militär-Akademie berufen; gleichzeitig lehrte er auch Physik am k. u. k. Central-Infanteriecurs in Wien. 1872 wurde er zum Direktor der neugegründeten Staatsrealschule zu Sechshaus bei Wien ernannt. Er wurde mehrfach mit ehrenden Sonderaufgaben betraut; so war er 1862 offizieller Berichterstatter für Physik und Pädagogik bei der Londoner Weltausstellung, 1867 Berichterstatter für Physik und Beheizung bei der Pariser Weltausstellung und 1873 Juror für das Unterrichtswesen bei der Wiener Weltausstellung. Für diese Tätigkeit wurde er mit der Allerhöchsten Anerkennung, dem Goldenen Verdienstkreuz mit der Krone und dem Ritterkreuz des Franz-Josephs-Ordens ausgezeichnet.
1869 wurde £r zum korrespondierenden Mitglied der Societe royale de Sciences de Liege ernannt. 1867 luden ihn Rudolf Julius Emanuel Clausius, Professor am Polytechnikum in Zürich, und Joseph Rudolf Albert Mousson, Professor der Physik und Naturwissenschaften an der Universität Zürich, ein, die Professur am Eidgenössischen Polytechnikum in Zürich zu übernehmen, doch lehnte Pisko ab und blieb seiner Heimat treu. 1882 trat er aus gesundheitlichen Gründen über
Bild 5. Franz Joseph Pisko. (1827— 1888.)