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Franz Dangl
Die von Pisko beschriebene und in einem Holzschnitt dargestellte Anordnung ist tieferstehend in Bild 6 wiedergegeben.
Im Jahre 1865 hielt Pisko im Rahmen einer Vortragsreihe, die Prof. Dr. A. Schrötter im Aufträge des k. k. Museums für Kunst und Industrie im Chemie-Hörsaal des Wiener Polytechnikums durchführte, Experimentalvorlesungen über Fluoreszenzerscheinungen, wozu er unter anderem auch die bereits erwähnte Fluoreszenztasche durch Aufkleben von Stanniolblättchen für Fluoreszenzbetrachtungen bei Erregung durch elektrische Funken verwendete. Die von ihm beschriebene Anordnung zeigt Bild 7.
Piskos überragende Fähigkeit als Lehrer mag durch Anführung einiger Schüler, die während seiner Tätigkeit an der k. u. k. Technischen Militär-Akademie durch ihn in das Wissensgebiet der allgemeinen und technischen Physik eingeführt
wurden und später durch eigene wissenschaftliche Arbeiten hervortraten, beleuchtet werden. Unter anderen wären hier zu nennen:
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Der Chemiker und spätere G. d. I. Alexander v. Minarelli Fitzgerald, der noch als Schüler eine Arbeit über das thermoelektrische Verhalten einiger Me
Bild 7. Fluoreszenztasche m. Funkenstrecke.
talle beim Schmelzen und Erstarren der Wiener Akademieder Wissenschaften vorlegte, die sie in ihren Mitteilungen veröffentlichte, ferner der Mathematiker und spätere G. M. Emanuel v. Budisavljevic, der Bautechniker und spätere Fzm. Ing. Johann Frh. v. Friedel, das spätere Mitglied der königl. ungarischen Akademie der Wissenschaften Fml. Joseph Hollan und viele andere.
Victor Pierre, geboren am 18. Februar 1819 in Wien, gestorben am 29. Oktober 1886 in Wien, Dr. phil. und Dr. med., war bereits 1844 Assistent am physikalischen Institut der Universität Wien, 1851 Professor der Physik an der k. u. k. Technischen Militär-Akademie in Wien, dann an der Universität Lemberg, Prag und Wien. Er veröffentlichte 1862 und 1863 Arbeiten über Fluoreszenzerscheinungen, die in der zeitgenössischen Fachliteratur starken Widerhall fanden. Auf Grund des Hinweises von Stokes, „daß die Fluoreszenz ein neues chemisches Prüfungsmittel abgeben könne, welches für die Trennung organischer Verbindungen von großem Wert sein würde“, untersuchte Pierre Mischungen von fluoreszierenden Stoffen mit anderen, ebenfalls fluoreszierenden oder nicht fluoreszierenden. In einer späteren Arbeit, 1866, versucht er die Gesetze der Fluoreszenzerscheinungen aufzuzeigen und behandelt dabei auch die Zusammenhänge zwischen Fluoreszenz und Phosphoreszenz, wobei Schwefelverbindungen verschiedener Erdmetalle untersucht und die Ergebnisse mit den Beobachtungen E. Becquerels übereinstimmend befunden wurden. Auch die Abhängigkeit des Fluoreszenzvermögens vom pjj-Wert der untersuchten Lösung wurde von diesem Forscher bereits dem Wesen nach erkannt.
Weiters muß auf Arbeiten Carl Bernhard Greiss’, Professor für Physik am Realgymnasium in Wiesbaden, aus diesem Zeitraum hingewiesen werden, der die