Österreichs Beitrag zur Lumineszenzanalyse und Fluoreszenzmikroskopie. 71
Fluoreszenz der Auszüge aus den verschiedenen Teilen der Pflanzen untersuchte und damit einer der ersten war, die die Fluoreszenzanalyse in der Botanik anwandten.
Mit diesen mehr oder weniger tastenden Vorstößen in die Erforschung der Fluoreszenzerscheinungen ist jedoch die Brücke zu den fluoreszenzanalytischen Arbeiten im heutigen Sinne geschlagen, die über E. Hagenbach zu F. Goppelsröder führt, der 1868 in seiner berühmten Morin-Aluminium-Reaktion eine analytische Methode bisher unbekannter Empfindlichkeit entwickelte, die von dem Grazer E. Schantl 1924 noch weiter verfeinert wurde.
In diesem Zusammenhang muß allerdings erwähnt werden, daß die Ansicht Fr. Fichtners in dem Nachruf für Friedrich Goppelsröder, dieser sei'durch die Arbeiten seines Freundes E. Hagenbach zu Fluoreszenzuntersuchungen angeregt worden, dahin zu ergänzen wäre, daß E. Hagenbach in seiner großen Fluoreszenzarbeit 1872* Fr. Jos.
Pisko zitiert und zweifellos diese älteren Untersuchungen des Wiener Forschers den beiden Baseler Wissenschaftlern bekannt waren, dies um so mehr, als sowohl E. Hagenbach und Fr. Goppelsröder ebenso wie Pisko Fluoreszenzarbeiten in Poggendorffs Büd 8 Wa 8 s 8 r iin S e Haitingers.
Annalen veröffentlichten.
Fr. Goppelsröder aber, der voraussehend die große Bedeutung der Fluoreszenzanalyse mit den Worten: „Indem ich auf eine neue Methode der Nachweisung des Morins und namentlich der Thonerde aufmerksam mache, spreche ich die Überzeugung aus, daß dieser Fall nicht vereinzelt bleiben wird, sondern daß wir an einer Reihe organischer und unorganischer Substanzen dieselbe Eigenschaft beobachten werden, nach Zusammenkommen mit anderen Substanzen, nicht aber für sich allein Fluoreszenz zu zeigen. Ferneren Versuchen bleibt es Vorbehalten darüber zu entscheiden, ob auch in forensischer Hinsicht wichtige Stoffe diese Eigenschaft besitzen; es wäre dies von hoher Wichtigkeit für die chemische Toxologie und gerichtliche Chemie, namentlich da unwägbare Spuren von Substanz durch die Fluoreszenzanalyse nachgewiesen werden können. Ich denke an Reste von leicht veränderlichen Giften.“ verkündete, brachte den großen Pionier Max Haitinger auf das Gebiet der Fluoreszenzanalyse und Fluoreszenzmikroskopie.
Oberst Dr. h. c. Max Haitinger, der Begründer der modernen Fluoreszenzmikroskopie, wurde am 20. April 1S68 in Wien geboren, besuchte zunächst das Wasa-Gymnasium in Wien, dann die önologisch-pomologische Lehranstalt in Klosterneuburg. An der Wiener Universität studierte er ab 1885 naturwissenschaftliche Fächer, trat aber 1888 als Einjährig-Freiwilliger in die k. u. k. Armee ein und wurde Offizier. Auf Grund seiner wissenschaftlichen Neigungen wurde er bald Lehrer für höhere Mathematik, Physik und Chemie an der Pionier- Kadettenschule in Hainburg. Besondere Aufmerksamkeit widmete er in dieser