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Erich Kurzel-Runtscheiner
Industrie““ 24 zur Aufgabe gemacht hat. Diese Festschrift soll ein Erinnerungswerk darstellen, das nicht nur den Anteil der Industrie an dem zweimaligen Aufbau der Wirtschaft nach namenloser Zerstörung aufzeigt, sondern zugleich der führenden Persönlichkeiten gedenkt, die diese schöpferische Arbeit leisteten. Begrüßungsschreiben der leitenden Männer des Bundesstaates Österreich eröffnen die stattliche Festgabe. In den Aufsätzen des Textteiles findet ein halbes Jahrhundert österreichischer Wirtschaftsgeschichte ihren Niederschlag. Ein Monographien- und Anzeigenteil, der den Abschluß bildet, gibt einen Querschnitt durch die Industrie Österreichs, die sich in dieser „Festschrift des Organes der Vereinigung österreichischer Industrieller“ ein dauerndes Spiegelbild geschaffen hat.
In die Industriegeschichte Deutschlands führt den Leser Paul Siebertz mit seinem aus Anlaß des 50. Todestages des Gefeierten in vierter, neubearbeiteter Auflage erscheinendem Lebensbild „Gottlieb Daimler“ 25 . Der Verfasser nennt diesen großen Erfinder und erfolgreichen Industriellen mit vollstem Recht einen „Revolutionär der Technik“; mit Siebertz verfolgen wir Daimlers Weg vom Lehrling eines Büchsenmachers über die Entwicklung des kleinen, leichten und schnelllaufenden Benzinmotors bis zum Fabriksbesitzer und Schöpfer eines bis dahin nicht bestehenden Industriezweiges. Besonderer Dank gebührt dem Verfasser für die als Anhang gegebenen „Technischen Erläuterungen“, die eine gute Übersicht über Daimlers Wirken als Konstrukteur und Erfinder geben, beginnend mit seinem ersten DRP. Nr. 28022 vom 16. Dezember 1883 bis zu den Rennwagen 1894 und 1895.
Als letzte Firmenveröffentlichung wollen wir „Das kleine Buch der Nähseide“ 26 betrachten. Es ist ein schmales Heft, aber mit reizenden farbigen Illustrationen ausgestattet; sie machen in künstlerischer Darstellung mit den Lebensgewohnheiten des Seidenspinners, mit den Seidenzuchtgebieten im Fernen Osten zur Han-Zeit, mit der Gewinnung des Seidenfadens und mit den Seidenstraßen bekannt, die damals vom Reich der Mitte nach dem Westen führten. Endlich werden wir ins Elztal geführt, wo, als eine der größten Nähseidenfabriken der Welt, das 1864 gegründete Unternehmen Gütermann & Co. beheimatet ist. Das Ausgangsprodukt „Kokon“ und seine Verarbeitung zur Nähseide wird in reizenden Abbildungen und .. in gut geschriebenem Text dargestellt. Es ist eine Firmenschrift, die in ihrer Aufmachung sehr an das oft als vorbildliche Veröffentlichung erwähnte Buch Kasper, „Bunter Traum auf gewebtem Grund — Aus der Wunder weit des Stoffdruckes“, erinnert.
Auf ein Lebensbild Thomas Alva Edisons, das der Amerikaner H. G. Garbedian für die reifere Jugend verfaßte, konnte schon in der technikgeschichtlichen Bücherschau des Heftes 11 dieser Blätter hingewiesen werden; nun liegt in einem von Dr. Arthur Werner aus dem Tschechischen des Jaromir Horejs übersetzten, mit 37 ganzseitigen Zeichnungen von Kurt Röschl ausgestatteten hübschen Band eine ebenfalls für den jugendlichen Leser bestimmte Schilderung „Vom Zeitungs-
24 „Festschrift zum fünfzigjährigen Bestand der Zeitschrift ,Die Industrie 4 “, herausgegeben von der Zeitschr if ten Verlags Ges. m. b. H. „Die Industrie“, Wien 1950.
25 Paul Siebertz: „Gottlieb Daimler, ein Revolutionär der Technik“, 4., neubearbeitete Auflage, mit 25 Tafeln und 13 Konstruktionsskizzen im Text, Stuttgart 1950.
26 ,, Das kleine Buch der Nähseide“, mit zahlreichen künstlerischen Farbillustrationen, herausgegeben von Gütermann & Co., Elztal, Leipzig-Berlin ohne Jahr.