Technikgeschichtliche Bücherschau.
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Pläne, die das Wachsen der Betriebsstätten zeigen, und bringt Photos, die wie auch jene der Propagandaschrift „Werke und Erzeugnisse“ 20 die Betriebsamkeit und die Einrichtungen des Werkes zeigen; auch in die für die Gefolgschaft errichteten Wohnkolonien führen Abbildungen und Text hin: es sind dies eindrucksvolle Einblicke in ein Land, das es verstanden hat, sich und seine Staatsbürger aus zwei Weltkriegen herauszuhalten.
Über ,,50 Jahre Elektrogewerbe“ 21 berichtet eine 1949 erschienene Sondernummer des offiziellen Fachblattes der Bundes-Innung der Elektrotechniker. Interessante Kapitel dieser reich bebilderten Festschrift schildern die Entwicklung der österreichischen Energiewirtschaft, des Elektromaschinenbaues in den letzten fünfzig Jahren, die Fortschritte im Bau und in der Anwendung der Schaltgeräte, der elektrischen Meßgeräte, die Elektrifizierung des Beleuchtungswesens, sowie die Entwicklung der Rundfunktechnik: ein eindrucksvolles Bild des Fortschrittes der Elektrotechnik in jenem Lande, wo Kronprinz Rudolf aus Anlaß der Eröffnung der elektrotechnischen Ausstellung des Jahres 1883 in Wien die prophetischen Worte sprach: „Ein Meer von Licht wird ausstrahlen von dieser Stadt!“
Die Jubiläumsschrift „Puch 1899—1949“ 22 gibt einen Überblick über die Geschichte des Grazer Werkes, das der Schlosser Johann Puch 1899 gründete, mit dem er zum Konstrukteur und Fabrikanten aufstieg. Bald war das Unternehmen im Fahrrad- und Motorradbau führend. 1918 wurden die Puchwerke an die Daimler- Motorengesellschaft Wiener Neustadt angeschlossen, 1934 mit dieser an die Steyr- Werke. 1945 wurde trotz Bombenschaden der Betrieb, 1946 die Serienerzeugung wieder auf genommen. Heute steht dieses Grazer Werk — wie Text und Abbildungen der Festschrift zeigen — in voller Tätigkeit da, ein Beweisstück unter vielen für den Auf bau wällen und die Lebensfähigkeit Österreichs.
Ein Beweisstück dieser Art ist auch die am 25. März 1925 als Erstlingswerk der Steweag in Betrieb genommene Speicherkraftzentrale Arnstein, deren Werden und Bedeutung für die steirische Energiewirtschaft die Festschrift „25 Jahre Teigitschkraftwerk Arnstein“ 23 schildert. Eine Energie wärtschaftskarte der Steiermark, Diagramme, Lagepläne, Längenprofile und Fotos begleiten den Text, der neben dem eigentlichen Thema auch die anderen Anlagen der Steweag, sowie verschiedene Probleme des neuzeitlichen Kraftwerkbaues und Staumauerbaues, sowie des Leitungsnetzbaues behandelt. Auch Fragen der Verbundwirtschaft Österreichs, in der stets auch die Dampfkraftwerke eine Rolle spielen müssen, werden eingehend erörtert und damit Probleme angeschnitten, die uns alle heute und morgen zur Stellungnahme aufrufen.
Fünfzig Jahre österreichischer Industriegeschichte sind das Thema, das zu behandeln sich die „Festschrift zum fünfzigjährigen Bestand der Zeitschrift ,Die
20 „Werke und Erzeugnisse“, Georg Fischer Aktiengesellschaft, Schaffhausen (Schweiz) 1949.
21 „50 Jahre Elektrogewerbe“, Sondernummer des offiziellen Fachblattes der Bundesinnung der Elektrotechniker, Wien 1949.
22 „Puch 1899—1949“, Jubiläumsfestschrift vom Werk Graz der Steyr-Daimler - Puch-Aktiengesellschaft, Wien 1949.
23 „25 Jahre Teigitschkraftwerk Arnstein“, Jubiläumsschrift, herausgegeben durch die Steierische Wasserkraft- und Elektrizitäts-Aktiengesellschaft, Graz 1950.