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Erich Kürzel-Runtscheiner
Einzelmuseen technischer Richtung zu einem großen Technischen Museum für Industrie und Gewerbe in Wien. Durch Begründung des Versuchswesens Österreichs ist E xners Einfluß noch weit über den Rahmen des Gewerbevereines und über das technische und kulturelle Leben seines Heimatlandes hinausgewachsen. Die schöne Jubiläumsschrift, die die Geschichte dieses Verbandes bis in die heutige Zeit darlegt, berichtet auch über jene Zweckvereinigungen, die in seinem Rahmen bestehen und enthält eine „Zeittafel der Präsidenten des Nieder österreichischen Ge werbe Vereines sowie der wichtigsten Ereignisse“, wobei Bildnisse mit den bedeutendsten Männern bekannt machen, die ihn gründeten und führten.
Den repräsentativen Typus der modernen Tabakindustrie in Österreich verkörpert seit dem vor 20 Jahren erfolgten Umbau die Zigaretten- und Tabakfabrik in Linz. Seit deren Gründung sind — wie eine kürzlich herausgegebene Jubiläumsschrift 17 mitteilt — genau 100 Jahre vergangen. Der Betrieb wurde 1850 in den von der ehemaligen Linzer Teppichfabrik erworbenen Baulichkeiten eröffnet. Durch Zubauten und Neubauten wurde diese Betriebsstätte in den Jahren 1930 bis 1935 zu einer der architektonisch bedeutsamsten Schöpfungen Österreichs. Die Abbildungen der Jubiläumsschrift zeigen Veduten von Linz und Umgebung aus alter und neuer Zeit, sowie die Betriebsstätten von einst und heute in Außen- und Innenansichten; der Text berichtet vom Aufstieg dieser Erzeugungsstätte zum Großlieferanten für die Raucher des Inlandes und des Auslandes.
125 Jahre sind seit der Gründung der Werkstatt verflossen, die 1824 der Sieb- und Gitterstricker Michael Hutter eröffnete und die, nachdem 1853 dessen Altgeselle Johann“ Schrantz sein Schwiegersohn geworden war, die Firmenbezeichnung Hutter & Schrantz erhielt. Die reich bebilderte Jubiläumsschrift 18 enthält, von textlichen Aufschlüssen über die einzelnen Betriebe begleitet, Bildnisse der führenden Persönlichkeiten und gewährt Einblicke in die verschiedenen Betriebszweige, zeigt ihre Einrichtungen und die Arbeit der dort Tätigen. Es ist ein interessanter Ausschnitt aus der Industriegeschichte Österreichs, der sich dem Leser dieser Festschrift eröffnet.
Einen Blick in die Schweizer Industrie gewährt die aus Anlaß des 150jährigen ' Bestehens erschienene Firmenschrift „Aus der Entwicklung der Georg Fischer- Werke“ 19 in Schaff hausen. Ihr Begründer ist der in Schaff hausen geborene Johann Conrad Fischer (1773 bis 1854), der einer seit der Mitte des 16. Jahrhunderts in dieser Stadt heimischen Bürgerfamilie entstammt. Er und seine Nachfahren haben das Unternehmen zum Erblühen gebracht und in seinem Rahmen auch außerhalb der Schweizer Grenzen — in England (Bedford), in Deutschland (Singen) und eine Zeitlang in Österreich (Traißen) — Betriebsstätten errichtet oder erworben. Die nun vorliegende Firmenjubiläumsschrift, die einer 1926 veröffentlichten „30 Jahre Aktiengesellschaft der Eisen- und Stahlwerke vormals Georg Fischer“ folgt, enthält
17 „100 Jahre Tabakfabrik Linz 1850—1950“, mit zahlreichen Abbildungen, herausgegeben von der Generaldirektion der Austria Tabakwerke A. G., vormals Österreichische Tabakregie, Wien 1950.
18 „125 Jahre Hutter & Schrantz Aktiengesellschaft, Siebwaren- und Filztuch- Fabriken“ (1824—1949), im Selbstverlag, Wien 1949.
19 „Aus der Entwicklung der Georg Fischer-Werke“, zum 150jährigen Bestehen im Selbstverlag herausgegeben, Schaffhausen (Schweiz) 1949.