Technikgeschichtliche Bücherschau.
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novelliert — bis zum Inkrafttreten des noch heute die Grundlage des gewerblichen Rechtsschutzes in Österreich bildenden Patentgesetzes am 1. Januar 1899 in Geltung blieb. Dies ist der Rahmen, in dem die wertvollen Beiträge sich einfügen lassen, die Österreich — insbesondere auch durch den Ausbau einer besonders rigorosen und pflichtbew ußten Vorprüfung — zum Werden der Patentgesetzgebung, wie sie heute in aller Welt besteht, beigesteuert hat. Diese Leistungen werden auch von Vertretern des Patentrechtes aus England, aus der Schweiz, aus Deutschland, aus Italien, aus USA. und aus Frankreich rückhaltlos anerkannt, die wertvolle Beiträge für die Festschrift des Österreichischen Patentamtes verfaßten, um Österreich gebührend zu ehren.
Die Privilegien aus alter Zeit w r urden von klugen Regierungen vielfach auch zu dem Zwecke erteilt, um jenen natürlichen Rechten im Wirtschaftsleben zum Durchbruch zu verhelfen, in die von Stadt, Zechen und Zünften, vielfach in willkürlicher Weise, eingegriffen wurde. Auf Grund eingehender Archivstudien schildert H. Zatschek in seinem Buch „Handwerk und Gewerbe in Wien“ 14 die auf diese Einrichtungen bezughabenden Fakta der Stadtgeschichte, Brauchtum und Handwerksrecht, sowie die gegenseitige Stellung von Lehrjungen, Gesellen und Meister „von den Anfängen bis zur Erteilung der Gewerbefreiheit im Jahre 1859“. Zahlreiche gutgewählte Abbildungen begleiten diese Darstellung, die es das erste Mal unternimmt, auf Grund authentischer Quellen eine Einzeldarstellung der Handwerksgeschichte Wiens zu geben.
Eine Einzeldarstellung aus der Wirtschaftsgeschichte dieser Stadt ist auch die mit interessanten Veduten und mit Bildnissen führender Männer ausgestattete „Denkschrift zum 130jährigen Bestand der Ersten österreichischen Spar-Casse 1819—1949“ 15 . Als älteste aller Sparkassen Österreichs ist sie während all der Jahre ihres Bestandes jeder der ihr gestellten wirtschaftlichen Aufgaben gerecht geworden und wäll dies auch in Hinkunft tun, „getreu ihrer Tradition und im unerschütterlichen Glauben an eine bessere und glücklichere Zukunft unserer Heimat“.
„110 Jahre Österreichischer Gewerbeverein“ 16 betitelt sich ein wohlausgestatteter Band, dessen Textteil Dr. Peter Müller verfaßte. Im Jahre 1839 wurde diese Vereinigung noch während der „feudalständischen Periode, jedoch unmittelbar vor ihrem in den Märztagen 1848 erfolgten Zusammenbruch, unter den Geburtswehen der von dem aufstrebenden Bürgertum getragenen Wirtschaftsfreiheit gegründet“. Sie war zunächst das alleinige Zentrum der ökonomischen Orientierung des eben zur Großstadt werdenden Wiens. In weiterer Folge verkörperten sich des Gewerbevereines Grundhaltung und Bestrebungen in Wilhelm E xker, des Schöpfers des Technologischen Gew T erbemuseums, des Initiators der Hochschule für Bodenkultur, des Vorkämpfers des Gedankens der Zusammenfassung der damals bestehenden
14 H. Zatschek: „Handwerk und Gewerbe in Wien. Von den Anfängen bis zur Erteilung der Gewerbefreiheit im Jahre 1859“, mit 36 ganzseitigen Abbildungen, Österreichischer Gewerbeverlag, Wien 1949.
15 „Denkschrift zum 130jährigen Bestand der Ersten österreichischen Spar-Casse 1819—1949“, mit 6 Abbildungen, Wien zum 4. Oktober 1949.
16 Peter Müller: „110 Jahre Österreichischer Gewerbeverein“, mit 9 Tafeln, herausgegeben vom Österreichischen Gewerbeverein, Wien.