Heft 
1950: Zwölftes Heft
Entstehung
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Erich Kurzel-Runtscheiner

Viele technik- und industriegeschichtlich wertvolle Einzelheiten enthält auch das von Ferdinand Tremel verfaßte BuchSteiermark, eine Landeskunde** 11 . Es beschreibt im trefflich zusammengestellten Textteil und schildert durch 53 Ab­bildungen belegt, Kultur, Kunst, Wissenschaft, Technik und Industrie derehernen Mark von den vorgeschichtlichen Anfängen bis zur jüngsten Zeit; es berichtet vom Werden der Landschaft und vom Wirken ihrer Bewohner in guten und bösen Tagen. In ihm ist alles Wissen um die Vergangenheit gesammelt und dargestellt, wie diese den Zustand von heute maßgeblich beeinflußt hat. Dieses Buch wird dem Leser, der sich ein geschlossenes Bild dieses Landes verschaffen will, ein getreuer Weg­genosse und Helfer sein.

Zur Reihe der Einzeldarstellungen zur Geschichte Österreichs gehört die 1948 vom Österreichischen Bundesverlag veröffentlichte Festschrift100 Jahre Unter­richtsministerium 18481948 12 , deren Herausgabe ein Redaktionskomitee, be­stehend aus Angehörigen des Bundesministeriums für Unterricht unter dem Vorsitz des Sektionsrates i. R. Dr. Egon Loebenstein besorgte. Ein Anhang von Bild­tafeln führt dem Leser die markantesten Leiter dieses Ministeriums während seines einhundertjährigen Bestandes vor, zeigt die Unterrichtsanstalten, Institute, Museen, Theater, Kirchen und Denkmale, die dieses hohe Staatsamt zu betreuen hat und gibt Einblick in die Fülle der Schätze, die Österreichs Museen enthalten. Allein schon der Umstand, daß die Hochschulen und Lehranstalten technischer Richtung diesem Bundesministerium unterstehen, gibt Anlaß, eine große Fülle technikgeschichtlicher Daten festzuhalten.

Im Jahre 1623 regelte König Jakob I. von England die schon vorher übliche Verleihung von Erfindungspatenten durch eine Parlamentsakte; es war dies die erste Kodifizierung von Schutzrechten für dasgeistige Eigentum, während bis dahin im Rechtsleben nurdas Eigentum an der Sache, das dingliche Recht galt, wie dieses schon durch die Rechtsbücher Kaiser Justinians in meisterhafter Art festgelegt worden war. Schutzrechte geistigen Eigentums wurden aber, wie die Festschrift zum 50jährigen Bestand des Österreichischen Patentamtes 18991949 13 dies darlegt, schon ein Jahrhundert vor der erstmaligen Kodifizierung in England 'von habsburgischen Herrschern verliehen. So hat bereits Kaiser Karl V. 1536 die eigenhändige Unterschrift unter ein in lateinischer Sprache verfaßtes Privileg ge­setzt, dessen Bild neben denen anderer dem schönen Bande beigegeben ist. Das älteste in deutscher Sprache abgefaßte und erhaltene Privilegium aber, das im Wiener Staatsarchiv verwahrt ist, stammt aus dem Jahre 1584. Privativa, die alsbald an die Stelle der Privilegien traten, verliehen die Habsburger Kaiser Josef I. bis Franz I. Dieser erließ 1810 eine Privilegienordnung, die allerdings mehrfach

11 Ferdinand Tremel:Steiermark, eine Landeskunde, mit 53 Abbildungen, Graz-Wien 1949.

12100 Jahre Unterrichtsministerium 18481948, Festschrift des Unterrichts­ministeriums in Wien, herausgegeben von einem Redaktionskomitee, bestehend aus Angehörigen des Bundesministeriüms für Unterricht unter dem Vorsitz des Sektions­rates i. R. Dr. Egon Loebenstein, Wien 1948.

13Festschrift zum 50jährigen Bestand des Österreichischen Patentamtes 1899 bis 1949, herausgegeben von einem Redaktionsausschuß, bestehend aus Funktionären des Österreichischen Patentamtes, Wien 1949.