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1950: Zwölftes Heft
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Erich Kurzel-Runtscheiner

Kultur“ geschaffenes Standardwerk neuer Art darstellt. Es führt an Hand von 310 Seiten Text, in die 344 Abbildungen eingebaut sind, 12 Seiten Registern und 4 Seiten Quellennachweis, durch Stilepochen und Stilarten; Pläne in großer Zahl werden den Architekten, die vielen wiedergegebenen Graphiken und Photos den interessierten Laien anziehen. Es ist eine Augenweide, das Buch zu durchblättern; es wäre eine verdienstvolle Tat, es auch in deutscher Sprache zu verlegen und es dadurch einem weiteren Leserkreis zugängig zu machen.

In englischer Sprache schrieb R. W. Symonds „A Book of English Clocks“ 31 , in dem er über englische Standuhren berichtet, wobei er die Entwicklungsgeschichte des Uhrwerks und der Gehäuse in vom kenntnisreichen Text begleiteten Abbildungen darlegt. R. W. Symonds, der schon 1940 in London das Buch „Masterpieces of English Furniture and Clocks“ herausgab, gilt in seiner Heimat als der größte Kenner des von ihm nun behandelten Themas. Es gelingt dem Autor, als Geburts­jahr der Kunst, Räderuhren zu bauen, für England die Zeit um 1450 nachzuweisen. Die großartigsten Kunstwerke unter den englischen Standuhren sind jene aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Symonds’ Text endet in einem Satz, der in freier deutscher Übersetzung lautet: „Viele unter uns, die wir im Zeitalter der Maschine leben, suchen Trost in der Trauer um das Hinschwinden alter Handwerks­kunst bei Standuhren und Hausgerät aus alter Zeit, durch die wir uns in schönere Epochen zurückversetzt fühlen.“ Wer empfänglichen Sinnes die nach technik­geschichtlichen Gesichtspunkten geordnete Sammlung alter Uhren im Wiener Technischen Museum und das Uhrenmuseum der Stadt Wien besucht, wird eine Betrachtungsweise dieser Art verständlich finden.

Das „Bau- und Siedlungswesen im Blickfelde der Landesplanung“ 32 behandelt der Landesbaudirektor Ober Österreichs, Hofrat Dipl.-Ing. Alfred Siohartner. Dieses Buch ist, wie es die beiden folgenden Veröffentlichungen sind, eine vom Amt der o.-ö. Landesregierung, dem man auch andere vorzügliche, von Oberösterreichern verfaßte Arbeiten zu danken hat, herausgegebene Schrift. Sighartners Werk umfaßt zwei Arbeiten: die eine bespricht „Bevölkerungsbewegung, Siedlungs­entwicklung, Landesplanung und Landbedarf“, die andere „Entwicklungsprobleme .. der Bau- und Siedlungstätigkeit in Oberösterreich“. Eine weitere, in gesondertem Band erschienene Arbeit Sighartners befaßt sich mit den „Aufgaben des Straßen­baues und der Straßenerhaltung in Gegenwart und Zukunft“ 33 . Weit zurück in die Zeitenfolge führt die Arbeit von Dr. agr. hab. Heinrich L. Werneck „Ur- und früh­geschichtliche Kultur- und Nutzpflanzen in den Ostalpen und am Rande des Böhmerwaldes“ 34 . Dem bedeutenden Ökologen, der diese tiefschürfende Arbeit schrieb, schwebte beim Abfassen ein dreifacher Zweck vor: sie sollte erstens der Überlieferung und Erinnerung an hundert Jahren Forschung auf dem Gebiet der

31 R. W. Symonds: ,,A Book of English Clocks“, Nr. 38 der Reihe „The kings Penguin Books“, mit 82 Abbildungen auf 64 Tafeln, London 1950 (erste Auflage 1947).

32 Alfred Sighartner: „Bau und Siedlungswesen im Blickfelde der Landesplanung“.

33 Alfred. Sighartner: „Aufgaben des Straßenbaues und der Straßenerhaltung in Gegenwart und Zukunft“.

34 Heinrich L. Werneck: „Ur- und frühgeschichtliche Kultur-und Nutzpflanzen in den Ostalpen und am Rande des Böhmerwaldes“, sämtlich herausgegeben vom Amt der o.-ö. Landesregierung, Wels ohne Jahr (1950).