Aufsatz 
Das Unterinntal, eine technikgeschichtliche Landschaft / von Erich Kurzel-Runtscheiner
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Das Unterinntal, eine technikgeschichtliche Landschaft.

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Absterben der wenigen, die darum wußten, in Vergessenheit geraten. Maximilian hätte, als ihm dies berichtet wurde,der künstlichen hert... mit großem vleiss nachgedacht und die aus seinem aigen Verstand erfunden und die seinem hofplatner in der obgemelten Platnery, mit namen Conrad Seysen- hofer, gelernt und underwisen. Noch hundert Jahre später war dieses Härte- verfahren unübertroffen. Dies beweist eine Stelle in Shake­spearesOthello (V. Akt,

2. Szene, in der von einem sword of Spain, in Isebrocks temper*, also von einem spani­schen Schwert, das nach dem Innsbrucker Verfahren gehär­tet war, die Rede ist. Mit dem Anfang des siebzehnten Jahr­hunderts begann dann das Tiroler Plattnerhandwerk hin­zuschwinden, nachdem es durch zweihundert Jahre zur Ehre und zu Nutz des Landes in aller Welt bestanden hatte.

Der Bildguß hatte schon immer Maximilians Interesse besessen. Besondere Förderung empfing diese Betätigung, die nicht bloß als ein Zweig der Kunst, sondern auch als ein technisches Verfahren gewertet werden muß, seit Maximilian 1502 den Entschluß gefaßt hatte, sich ein großartiges Grabmal zu schaffen. Dieses sollte im Rahmen der zahl­reichen von ihm angeordnetenGedächtniswerke, wie Vinzenz Orer- hammer in seinem 1935 in Innsbruck erschienenen prächtigen WerkDie Bronzestandbilder des Maximiliangrabmales in der Hofkirche zu Inns­bruck darlegt,indem es die Vorfahren des Fürsten verherrlicht, den Ruhm des Stammes und den Ruhm des Kaisertums an sich preisen und so mittelbar die Größe und Erhabenheit des Herrschers aufzeigen. Dieses Ziel sollte dadurch erreicht werden, daß an einem Tumbabau, der die Mitte des Grabmals bilden sollte, Marmorreliefs die Taten Maximilians dar­stellten, und daß 20 kleinere Bronzebüsten römischer Cäsaren denRuhm des Kaisertums und 40 große Bronzestandbilder denRuhm des Hauses Habsburg verkündeten. Den Mittelpunkt des Ganzen sollte ein knieendes Bronzebildnis des

Bild 2. Kaiser Maximilian I. im Gußhaus. NachVita Friderici et Maximiliani um 1505. Staatsarchiv, Wien.

* BfTG/1, S. 104. Wien 1932.