Das Unterinntal, eine technikgeschichtliche Landschaft.
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erinnern dort das Fuggerhans and viele Kostbarkeiten des benachbarten Schlosses Tratzberg an dieses Geschlecht. Die Fugger haben in der Zeit ihrer Beteiligung am Bergban Tirols frühkapitalistische Betriebsformen in diesem Lande eingeführt nnd damit große Erfolge erzielt. Die FuGGERSche Bergwirtschaft gereichte aber dem Land Tirol nicht zum Segen. Sie steht in schlechter Erinnerung, da der Kaubban und die verständnislose, oft unmenschliche Behandlung der „Bergbau-
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Bild 8. Brixlegger Bergwerkstafel 1515, renoviert 1813. Staatliche Bergbaudirektion
in Brixlegg.
verwandten“ nur zu sehr den unheilvollen Begleiterscheinungen eines großkapitalistischen Betriebes im schlechten Sinn entsprach.
Der Schwazer Bergbau soll in der Zeit seiner Hochblüte zwischen 1520 und 1530 etwa 30.000 Knappen und andere „Bergbauverwandte“ beschäftigt haben. Dann allerdings kam rasch der Abfall. Die Gründe, die ihn herbeiführten, waren einerseits der Raubbau, den die meist landfremden Gewerken betrieben, anderseits die Auswirkungen der Edelmetallfunde im eben in die Weltwirtschaft eintretenden Amerika. Während das Schwazer Bergbuch 1561 am Falkenstein 36 Hauptgruben mit 144 Stollen zählte, war bis vor nicht allzulanger Zeit auf diesem Berg nur ein einziger Stollen im Betrieb; und auch dieser diente nicht mehr der Gewinnung von Silber, sondern jener von Quecksilber. Erst nach 1938