Das Unter inntal, eine technikgeschichtliche Landschaft.
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wagen befahrbare Verbindung zwischen Tirol lind Salzburg werden wird; sie ist von Hof rat Dipl.-lng. Franz Wallack geplant, der auch die Großglockner- Hochalpenstraße baute.
Von Jenbach, das am Nordhang liegt, wird talab bald das südlich des Inn gelegene Brixlegg erreicht. Auch hier blühte einst Bergbau und Hüttenwesen. Die Lage am Alpbach machte Brixlegg insbesondere zum Standort von Schmelzwerken. Hier steht auch die einzige heute noch den Betrieb fortführende Kupfer- und Silberschmelzhütte Tirols. Noch am Anfang des neunzehnten Jahrhunderts aber bestand das „Hauptschmelz-Hüttenamt zu Brixlegg“, das über 20000 Gulden jährlichen Gewinn ab- warf. Auf der nördlichen Talseite liegt Kramsach, wo ein Messingwerk und eine Glashütte stehen.
Diese wurde schon im ersten Drittel des siebzehnten Jahrhunderts von der kunstsinnigen Landesherrin Tirols Claudia von Medici gegründet und hat auch noch in unserm Jahrhundert Glaswaren nach Alttirolern Mustern erzeugt, die sich allgemeiner Beliebtheit erfreuten; seit einigen Jahren aber ist diese Glashütte stillgelegt.
Dieser Werkstoff spielt aber auch heute noch in der Wirtschaftsbilanz Tirols eine große Kölle. Denn als mächtiger Devisenbringer sind die Glasschmucksteine zu werten, die zur Erstellung vor allem der sogenannten Gablonzer Erzeugnisse benötigt werden. Sie entstehen in dem im Jahre 1895 in Wattens errichteten Unternehmen D. Swarovski, Glasfabrik und Tyrolit-Schleifmittel-Werke. Als Swarovski vor mehr als 50 Jahren aus dem Sudetenland nach Tirol kam, war Wattens ein kleines unbekanntes Dörfchen; heute ist es ein wohlhabender Fabriksort. Hier werden auf von Swarovski und seinen Söhnen entwickelten Sondermaschinen nach von ihnen selbst erdachten Verfahren Glasschmucksteine aller Art und in vielen Farben erzeugt. Neben diesem Erzeugungszweig sind im Lauf der Entwicklung ein Betrieb zur Erzeugung technischer Schleifmittel, die Tyrolit-Sehleifmittel- werke Ges. m. b. H. in Schwaz, ein Betrieb zur Erzeugung von optischen Geräten, derzeit vornehmlich von Brillengläsern und Doppelfernrohren, die Swarovski- Optik Ges. m. b. H. in Absam bei Solbad Hall i. T., und schließlich die Erzeugung von Rückstrahlern aus Trippelglasprismen für Fahrzeuge und Verkehrszeichen aller Art entstanden. Wer heute, durch das Unterinntal hinunterfahrend, an
Bild 9. Privileg Kaiser Joseph I. von 1706 Stephan Strakhl für Führung der Papiermühle Wattens verliehen. Aus dem Firmenarchiv.
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