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1952: Vierzehntes Heft
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Die Enthüllungsfeier der Xikola TESLA-Büste

so hat Tesla auch dazu schon den Grund gelegt. Teslas Vorträge zählten zu den interessantesten Erlebnissen für die Fachwelt: seine experimentelle Geschick­lichkeit, seine kühnen Gedanken ließen die Zuhörer immer neue Sensationen er­leben. Immer boten seine Vorlesungen Neues. In New York, in London, in Paris, überall größte Erfolge. Im Jahre 1893 durfte er es erleben, daß die Weltausstel­lung, die aus Aidaß der 400. Wiederkehr des Jahrestages der Entdeckung Amerikas veranstaltet wurde, mit Wechselstrom nach dem TESLA-System versorgt wurde. Der Wechselstrom hatte den Sieg davongetragen. Eine Auswirkung dieses Er­folges zeigte sich im Niagarafall-Pro.jekt, des größten damaligen Elektrizitäts­werkes, das eine Mehrphasen-Wechselstromanlage erhielt. Was Michael Faraday im Jahre 1831 entdeckte, war durch die Arbeiten des kongenialen Tesla zur höch­sten Vollendung gebracht worden.

Daß es bei all diesen Erfolgen nicht an Neidern und solchen, die den Ruhm Teslas schmälern wollten, fehlte, ist selbstverständlich. Schließlich aber mußte man doch der Wahrheit die Ehre geben und anerkannte Tesla als den unumstritte­nen Erfinder des Mehrphasensystems. 1897 erschien in der ZeitschriftElectrical Reviews ein Interview mit Tesla, in dem er in großen Zügen seine radiotechni­schen Entdeckungen darlegte. 1892 hatte er schon die Dedektorröhre für seine Radioanlage in Verwendung gebracht. 1893 bis 1898 erwarb er grundlegende Patente auf dem Gebiete der Hochfrequenztechnik. Der Plan des Weltrundfunks beschäftigte ihn längst. Seine reiche Sammlung radiotechnischer, von ihm erfun­dener Apparate vernichtete ein Brand im Jahre 1895 mit samt allen Plänen. 1898 war er bereits wieder so weit, daß er ein Schiff drahtlos steuern konnte. 1899 be­gann er mit seinem größten Werk, mit der Errichtung der 200 kW Radiostation in Colorado. Die Vorversuche hatten bereits beste Erfolge gezeitigt und gaben zu großen Hoffnungen Anlaß. Doch dieses so geniale Werk krankte an Geldmangel und wurde nie fertiggestellt. Tesla hätte eben immer Millionen zur Verfügung haben müssen, dann wären Milliarden daraus geworden. Was wir heute als neu bewundern, ob es das Prinzip des Elektronenmikroskopes ist, ob es stärkste Röntgenstrahlen sind oder die Leuchtstofflampen, die kosmische Strahlung, künst­liche Radioaktivität, Todesstrahlen, alles hat Tesla bereits erprobt und zumin­dest vorausgesagt. Vielleicht wird viel Neues uns noch zuteil werden, wenn anläß­lich des im nächsten Jahre stattfindenden TESLA-Kongresses bisher noch nicht Veröffentlichtes der Allgemeinheit bekannt werden wird.

Was ich hier heute über Tesla zu seiner Würdigung Vorbringen durfte, war nur wenig, und dies auch nur in ganz großen Zügen, so daß ich keinen Anspruch darauf erheben darf, Tesla so gewürdigt zu haben, wie er es verdient. So wie ihm auch zeitlebens nie die Ehre zuteil geworden war, die ihm gebührt hätte, da er in seiner Bescheidenheit der Technik und nicht seiner Person zuliebe tätig war.

Möge diese Feier und der Kongreß im nächsten Jahre dazu beitragen, dieses einzigartige Genie im rechten Lichte erstrahlen zu lassen.

Im Anschluß daran überbringt Mr. F. M. Rush als Vertreter des amerikani­schen Botschafters und Hochkommissars die Grüße des amerikanischen Volkes. In seiner Ansprache hebt er besonders das für Amerika so wichtige Niagarafall-