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1952: Vierzehntes Heft
Entstehung
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Erich Ktjrzel-Runtscheiner

Zeit aufgenommen wurde. Das von Wertheim selbst auf der Wieden in der heutigen Mommsengasse errichtete Werkstattgebäude war eine für die damalige Zeit beispielhafte Erzeugungsstätte. Dasselbe Lob ist auch dem weiträumigen Industriekomplex der Wertheim-Werke zu spenden, der 1941 in der Wienerberg­straße bezogen werden konnte. Neben der Erzeugung an dieser neuen Stätte ging die Fertigung auch in der Mommsengasse weiter, bis in den Apriltagen 1945 die alte WERTHEiMSChe Fabrik ein Raub der Flammen wurde; sie hätte auch, ohne daß dieses Kriegsereignis eingetreten wäre, als industrielle Anlage nach den Richtlinien der Stadtplanung nicht weiter bestehen können. Die Zerstörung des alten Bestandes erwies aber, wie richtig und weitblickend die rechtzeitige Er­richtung der neuen Werksanlagen gewesen ist.

Wie die Wertheim-Werke, so kann auch die Waagenfabrik C. Schember & Söhne heuer auf ein Jahrhundert des Bestehens zurückblicken. 19Hundert­jährige Unternehmungen sind in einer auch wirtschaftlich so stürmischen Zeit ebenso selten wie hundertjährige Menschen, sagte Bundespräsitent Dr. Körner bei der Feier, auf der das von Conrad Schemrer (18111891) als Handwerks­betrieb auf der Jägerzeile der heutigen Praterstraße in Wien 1852 gegrün­dete Unternehmen auf ein von Arbeit, aber auch von Erfolg erfülltes Jahrhundert zurückblickte. Der Gründer war aus Helsa bei Kassel 1836 nach Wien gekom­men, war im Waagenbau tätig und dann alsMaschinführer mit dem im raschen Aufstieg begriffenen Eisenbahnwesen in Berührung gekommen. Von diesem erhielt das junge Unternehmen auch die ersten entscheidenden Aufträge auf Lieferung von Stationswaagen, Waggonwaagen und Lokomotivwaagen. Des Grün­ders Sohn, Carl AuGUSt Schemrer (18381917), erweiterte und verbesserte den Betrieb, dessen Erzeugnisse bald auch außerhalb der Grenzen der Habsburger­monarchie bekannt und begehrt wurden. Die Rollgewichtswaage und Kreiszeiger­waagen sowie Brückenwaagen größter Belastbarkeit und mit elektrischer Fern­schreibeeinrichtung zur Gewichtskontrolle sind die Spezialerzeugnisse der Schember-Werke von heute, eines Unternehmens, das 1878 aus unzulänglichen Räumlichkeiten in der Leopoldstadt in das heute noch bestehende. AVerk in Atzgersdorf übersiedelte. Die Schember-Werke haben sich trotz schwerer Schädi­gungen am Ausgang des zweiten Weltkrieges schon längst ihren alten internatio­nalen Ruf wiederum sichern und als Devisenbringer große Lieferungen an die ausländische Industrie, die ihre Waagen begehrt, übernehmen können.

Ein genialer, in Österreich entstandener Erfindungsgedanke war es, das feuer­feste, faserförmige Mineral Asbest mit Portlandzement und Farbstoffen zu einem neuen Werkstoff, dem Asbestzement, zu verarbeiten. Dieser Gedanke war der Aus­gangspunkt einer weltumspannenden Industrie, die für Österreich von großer wirtschaftlicher Bedeutung wurde. Ihre Entstehung und Ausbreitung schildert die Festschrift der Eternitwerke Vöcklabruck50 Jahre Eternit. 20 Der Erfinder des Werkstoffes Asbestzement, aus dem Eternit erzeugt wird, Ludwig Hatschek (18561914), war ein geborener Olmützer. Er erlernte ursprünglich das Brau-

19 ,,100 Jahre Schember-Waagen 18521952, Wien 1952.

20 ,,50 Jahre Asbestzement-Industrie 50 Jahre Eternit-Werke Ludwig Hatschek, Vöcklabruck 1950.