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Egbert Salcher
großer Dringlichkeit befaßt. Den ersten Anlaß hiezu boten die katastrophalen Auswirkungen der beiden Hochwässer der Jahre 1897 und 1899 im Donauraum. Die Maßnahmen, die eine Wiederholung derartiger Schäden hintanhalten sollten, setzten eingehende Vorarbeiten voraus, mit deren Durchführung über Antrag des Reichsrates das HZB beauftragt wurde. Der HD war nunmehr einige Jahre hindurch mit einer Fülle solcher Studien beschäftigt, in denen Ursachen und Verlauf der Hochwässer mit beispielgebender Gründlichkeit erforscht und behandelt wurden. In der großen Donaustudie wurden alle größeren seit 700 Jahren abgegangenen Hochfluten mit dem Ziel untersucht, die Häufigkeit derartiger Erscheinungen aufzuklären. Hiebei wurden, was bis dahin noch kaum je versucht worden war, die alten Hochwassermarken und die Aufzeichnungen zeitgenössischer Chronisten sorgfältig ausgewertet. Mit Hilfe dieses umfangreichen Materials gelangte man zu erschöpfenden Ergebnissen und konnte feststellen, daß die Donauflut von 1501 die mengenmäßig weitaus größte aller noch historisch erfaßbaren Donauhochwässer war und ungefähr einem 3000jährigen Ereignis entspricht.
Nach ähnlichen Gesichtspunkten und Unterlagen wurden weitere regionale Studien aufgebaut. Da war z. B. das Rückhaltevermögen der Seen im Gewässernetz der Traun zu erforschen, um ihre Rolle beim Ablauf der Hochwässer zu klären, eine Arbeit, die bis heute maßgebende Bedeutung beanspruchen darf, da gerade jetzt wieder, im Zuge des Energieausbaues und der Traun-Rahmen - planung das Speichervermögen dieser Seen bei Hochwasser die Ausbaupläne entscheidend beeinflußt. Weitere Studien behandelten den Hochwasserrückhalt im Tullnerfeld, den Hochwasserschutz der Stadt Wien, den Wasserhaushalt des Bodensees u. dgl. m.
Der Umfang des herangezogenen und ausgewerteten Materials, seine sorgfältige und erschöpfende Behandlung und die wissenschaftliche Klarheit der angewendeten, vielleicht neuartigen Methoden machen diese im Druck erschienenen Studien geradezu zu Standardwerken für die Behandlung von Hochwasserfragen und zu unerschütterlichen Grundlagen für jede weitere, einschlägige Arbeit.
Die Beschäftigung mit den Hochwasserursachen und -erscheinungen blieb auch weiterhin ein wichtiges Aufgabengebiet des HD, das in zahllosen kleineren, nicht veröffentlichten Studien und Gutachten, besonders solchen zu Regulierungsprojekten der staatlichen Wasserbauverwaltung, seinen Niederschlag fand und dessen weitere, wissenschaftliche Durchdringung nie aus dem Auge verloren wurde. Nachdem 1932 der österreichische Wasserbauingenieur Graszberger wohl als erster die Wahrscheinlichkeitstheorie auf das Hochwasserproblem anwendete, haben die beiden Amtshydrographen V. Felber (Wien) und H. Kreps (Graz) in den letzten Jahren gerade diese Methode wesentlich und mit solchem Erfolge ausgebaut, daß entscheidende Einsichten in den Ablauf und die Gesetzmäßigkeiten der Hochwasserereignisse erwartet werden dürfen.
Die im Donaugebiet alljährlich wiederkehrenden Hochwässer haben zur Einführung eines Hochwasserwarndienstes an diesem Strome und seinen wichtigsten Nebenflüssen geführt; er dient dem Schutze der Kulturen und Siedlungen, aber