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Egbert Salcher
dann die 20 Jahrgänge 1914 bis 1933 heraus, hernach die 14 Jahresübersichten für 1934 bis 1947 und anschließend bisher die zwei Jahrbücher für 1948 und 1949.
Die zweite Gruppe von Veröffentlichungen umfaßt die „Beiträge zur Hydrographie Österreichs“; zu dieser zwanglos erscheinenden Reihe gehören teils jene oft umfangreichen Sonderstudien, von welchen oben die Rede war, teils die Zusammenfassungen, Auswertungen und Übersichten der Beobachtungsergebnisse. Als Ergänzung der Jahrbücher dienen die eine dritte Gruppe bildenden Wochen- und Monatsberichte. Dazu gehören die vom Winter 1894/95 bis 1916/17 herausgegebenen Schneewochenberichte für Altösterreich, dann ab 1930/31 die für das Bundesgebiet. Weiters sind anzuführen die von 1898 bis 1924 in Zeitschriften, von 1925 bis 1939 im eigenen Verlag herausgegebenen Witterungs- und Wasserstandsübersichten sowie die von 1912 bis 1922 gleichfalls in Zeitschriften ausgewiesenen Monatsberichte über die Wasserkraftnutzung in Österreich.
Die für den HD maßgebenden Vorschriften und Anleitungen umfassen 20 Hefte; Neuauflagen sorgen für zeitgemäße Ausrichtung dieser auch außerhalb des eigenen Dienstbereiches benützten Instruktionen. Sie bilden die vierte Gruppe der Veröffentlichungen. Zur fünften zählen die vom HD in technischen Zeitschriften veröffentlichten und als Sonderdrucke ausgegebenen Mitteilungen, die insbesondere zur Zeit des Aufbaues dazu dienten, weitere interessierte Kreise mit den laufenden Arbeiten des HD vertraut zu machen. Bisher sind 51 derartige Hefte vorhanden, von denen 41 aus altösterreichischer Zeit stammen. In gleicher Weise berichtet die Versuchsanstalt für Wasserbau in den bisher erschienenen 28 Heften der sechsten Gruppe über Ergebnisse ihrer Forschungen und Modellversuche. Die siebente und letzte schließlich umfaßt den österreichischen Wasser- kraftkataster. In einem 1950 herausgegebenen Verzeichnis der Veröffentlichungen sind alle vom HZB bis dahin herausgegebenen Schriften angeführt.
Die Arbeitsweise des HD hat sich in den 60 Jahren seines Bestandes sehr gewandelt. Zu einer Zeit errichtet, als der Wasserbau, von kleineren Bauvorhaben abgesehen, fast ausschließlich eine Domäne des Staates war, hatte er die Aufgabe, den öffentlichen Wasserbaudienst hydrotechnisch zu leiten. Die rasch anwachsende Bedeutung aller Zweige der Wasserwirtschaft war dem HD Verpflichtung, nicht nur mit der Zeit zu gehen, sondern ihr auch voranzueilen; hiefür bietet die Aufstellung des Wasserkraftkatasters ein beredtes Beispiel, da von dieser für die damalige Zeit weitblickenden Schöpfung starke Anregungen zum gesteigerten und rationellen Ausbau der Wasserkräfte ausgegangen sind.
Die vom Organisationsstatut und den Gründern des HD diesem zugedachte, führende Rolle in der österreichischen Wasserwirtschaft war aber in befriedigendem Umfang immer nur dann zu erreichen, wenn auch die verwaltungsmäßigen Voraussetzungen hiezu vorhanden waren. Da diese in Abhängigkeit vom wirtschaftlichen und politischen Geschehen wechselten, schwankten auch die Leistungen des HD zwischen Blüte und Stillstand.
Erfreulich war der Beginn. Erprobte Fachleute erkannten die Notwendigkeit eines staatlichen hydrographischen Dienstes; das damalige Ministerium des