Die Entwicklung des wasserbaulichen Versuchswesens
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(laß die ersten systematischen Versuche unternommen wurden, den Geschiebetrieb in natürlichen Gewässern mit Auffangvorrichtungen direkt zu messen. Es ist wohl verständlich, daß erst nach dem Vorliegen einer größeren Anzahl von Beobachtungen an Flüssen mit verschiedenen Korngrößen, Tiefen und Gefällen Aussicht besteht, der so wichtigen Frage der Geschiebeführung mit Erfolg an den Leib zu rücken.
Wurden die hier kurz angedeuteten Schwierigkeiten gegen Ende des abgelaufenen Jahrhunderts noch als unvermeidlich hingenommen, so konnte dieser Zustand bei der raschen Entwicklung des Wasserbaues nicht mehr befriedigen.
Bild 1. Versuchshalle (ebenerdig) nach dem Umbau.
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Der Gedanke, die Abflußerscheinungen nicht nur in der Natur, sondern auch im Laboratorium an Modellen in verjüngten Maßstäben zu beobachten, fand immer mehr Anhänger. Bestand doch die Hoffnung, beim Modellversuch verschiedene unwesentliche, aber störende Nebenerscheinungen auszuschalten, um so die eigentliche gestellte Frage herauszuschälen, oder verschiedene systematische Änderungen (bezügl. Wassermenge, Tiefe usw.) vorzunehmen, um dadurch die fraglichen Gesetzmäßigkeiten zu klären. Auch erwartete man von den an Modellen mit feinsten Instrumenten durchzuführenden Messungen eine größere Genauigkeit, als von den oft nur schwer durchführbaren Naturmessungen, welche Ansicht sich auch späterhin bestätigte.
Um die Jahrhundertwende setzte Prof. Engels an der Technischen Hochschule in Dresden diesen vielversprechenden Gedanken in die Wirklichkeit um, indem er 1898 die erste wasserbauliche Versuchsanstalt (Flußbaulaboratorium) errichtete, die ausschließlich Zwecken des Bauingenieurs und in erster Linie für Versuche auf dem Gebiete des Flußbaues diente. Er kann somit als der Begründer