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Otto lanser
des Stabes sich nach vorwärts neigt und dies ist ein augenscheinlicher Beweis dafür, daß die oberen Teile des Wassers schneller fließen.) (Vgl. Bild 4, Fig. 14.)
Für die Frage, wie Leonardo zu seinen hydraulischen Kenntnissen kam, erscheint es jedoch auch wichtig, daß er Vergleiche zieht zwischen der Dünenbildung des Sandes im Winde und den Sandbänken der Flüsse, wodurch er zu erkennen gibt, daß er sich der Ähnlichkeit der Strömungsvorgänge in gasförmigen und flüssigen Medien bewußt war. In der Tat liegt die Vorgeschichte des hydro-
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Bild 1. Windmesser.
Aus: Christian Wolf „Elementa matheseos universae“.
metrischen Flügels zum Großteil auf dem Gebiete der Messung von Luftströmungen. Leonardo da Vinci selbst hat schon Windgeschwindigkeitsmesser in Form von Stauklappen und von Flügelrädern hinter Düsen konstruiert.
Es ist jedoch unsicher, ob von diesen Erfindungen Leonardos ein ununterbrochener Weg weiterführt, oder ob seine Gedanken nicht mehr oder weniger in Vergessenheit gerieten. Das erste Strömungsmeßgerät, das ebenfalls ein Windmesser war und das bereits wesentliche und heute noch verwendete Bauelemente des hydrometrischen Flügels enthält, scheint erst rund zweihundert Jahre später von dem Deutschen Christian Freiherrn von Wolf (6) erfunden worden zu sein. In dem „De motu aeris“ überschriebenen 6. Kapitel des zweiten Bandes seines Werkes „Elementa matheseos universae“ (Genf 1733) beschreibt er nun ein Gerät, das als Vorläufer des WoLTMANNschen Flügels gelten muß (Bild 1).
Dieses Gerät bestand aus einem 4flügeligen Windrad (Propellerrad), dessen Welle eine Schnecke trug (cochlea infinita. Schraube ohne Ende), in die ein