Aufsatz 
Zur Geschichte des hydrometrischen Meßwesens / von Otto Lanser
Entstehung
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Otto Lanser

stellendes Brett, das auf einem leichten, zwischen Führungsschienen parallel zur Windrichtung gleitenden Wägelchen aufgebaut ist; der Druck, den der Wind auf das Brett ausübt, schiebt es auf seiner Bahn so lange vorwärts, bis der Gegenzug eines auf einer Schneckenwalze angreifenden Gewichtes, dessen Hebelarm mit zunehmendem Verdrehungswinkel größer wird, ihm Widerpart leistet. Die er­reichte Ruhestellung, die als ein Maß für den Winddruck und damit auch für die Windgeschwindigkeit abgibt, läßt sich an einem Zeiger ablesen.

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Bild 2. Windmesser nach Dillinger.

Aus: Jacob Leupold,Theatrum machinarum..

Ähnliche Geräte bringt Leupold noch mehrere; darunter ist vielleicht noch der Windmesser von Dillinger (Dinglinger?) erwähnenswert, bei dem die strömende Luft an einem vertikalachsigen Windrad, einer Art Windturbine, angreift (Bild 2).

In den Kapiteln, in denen das Werk über die Hydrotechnik, besonders über Wasserräder und Mühlen handelt, sind nun auch nach ähnlichem Prinzip ge­baute Geräte für die Messung von Wassergeschwindigkeiten angegeben. Das ein­fachste hievon ist die sogenannte Stromwaage (Bild 3): um eine horizontale Achse ist eine Art von Waagebalken drehbar angeordnet, dessen eine Seite eine Schale zur Aufnahme von Gewichten, dessen andere ein Gegengewicht zur Austarierung trägt. Senkrecht nach unten reicht ein dritter Hebelarm, an dem ein rechteckiges Brett befestigt ist. Dieses wird quer zur Flußrichtung ins Wasser getaucht. Der hiebei von der Strömung auf das Brett ausgeübte Druck sucht dieses fortzudrängen und damit auch den ursprünglich horizontal liegenden Waagebalken zu verdrehen;