Zur Geschichte des hydrometrischen Meßwesens
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und a der Winkel, den er mit der Achse und — da diese parallel zur Windrichtung
gehalten wird — auch mit der letzteren einschließt. Damit nun ein Teilchen des
bewegten Mediums (hier also der Luft) von C nach 7) gelangen könne, muß der
schräge Flügel um die Strecke CE = CDAga seitlich ausweichen; da dieses #
Ausweichen aber nur durch eine Drehbewegung um die Achse A A mit dein
Radius R (der senkrecht zur Bildebene steht) möglich ist, kann C E gleichgesetzt
werden R . ß, wenn ß der Winkel ist, um den sich das Rad hiebei dreht. Es gilt
daher ~ „ no
C E = R . ß = C D Aga.
Dividiert man beiderseits durch die Zeit t\ die für die Ausführung dieser kleinen Drehbewegung notwendig ist, dann erhält man
CD
t'
•tg oc
JL' ist die Drehgeschwindigkeit (exakt ausgedrückt die Winkelgeschwindigkeit) co des Rades, die sich aus den in der Zeit t gezählten Umläufen n errechnet zu
U'2‘71
03 = t ;
n n
aber ist der Windweg in der Zeiteinheit, also die gesuchte Windgeschwindigkeit v, so daß man erhält
_ 2 nn’R _ 2Rjc . n
tg a • t tg a t
ftD-
oder, da - - - - eine nur von der Bauart des Gerätes abhängige Größe K ist, kann
tgoc
man schreiben v = K .
Man zählt also mit einem Sekundenpendel (heute mit einer Stoppuhr) die Zahl der Umdrehungen n in der Zeit t sek und erhielte daraus die Windgeschwindigkeit, wobei allerdings die zwar geringe Reibung vernachlässigt ist, die einen Geschwindigkeitsverlust verursacht.
Es ist nun aber leicht einzusehen, daß der Wert K nur für eine bestimmte, eben um den Radius R von der Achse abstehende Lamelle des Flügels gilt. Für achsennähere Teile ist der Drehweg und damit auch das Maß des Zurückweichens der Flügelfläche geringer, für achsenentferntere Teile größer. Die tatsächliche I irehgeschwindigkeit eines solchen Windrades wird also einem Ausgleichswert zwischen dem voreilenden Bestreben der achsnäheren, aber schmalen und der verzögernden Tendenz der achsferneren, aber breiten Flügelteile entsprechen. I »ieser Ausgleichswert ist aber rechnerisch nicht erfaßbar. Man könnte dem so abhelfen, daß man die Flügelfläche windschief gestaltet, wie dies bei jedem modernen Propellerblatt der Fall ist, bei dem der Winkel a von der Nabe gegen
R
das Blattende abnimmt und-längs des ganzen Flügels konstant bleibt. Dies
tgoc
konnte oder wollte aber Schober nicht, da eine exakte Ausführung eines solchen nach einer Schraubenfläche gekrümmten Propellerflügels wohl die damaligen werkstattechnischen Möglichkeiten überstiegen hätte. Schober ersetzte daher die bis zur Nabe reichenden, trapezförmigen Vollflügel durch dünne Speichen, die bloß am Ende ein rechteckig-längliches Brettchen oder Blech trugen; die ver-