Zur Geschichte des hydrometrischen Meßwesens
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genau jene Umdrehungen gezählt werden, die an der gewünschten Stelle und Tiefe im Flußquerschnitt während einer durch eine Sanduhr oder ein Sekundenpendel gemessenen Zeitspanne ausgeführt worden waren. Eine derartige mechanische Zählvorrichtung ist auch heute noch hei einfachen Taschenflügeln, die ohne elektrische Signalgebung arbeiten, in Anwendung. Woltmann brachte das Gerät schließlich mittels geeigneter Bügel und Hülsen so an einer kräftigen Stange an, daß es in der gewünschten Tiefe festgestellt werden konnte. Die Stange wurde von einer Brücke oder von einem Kahn aus in das Gewässer gestellt, bis sie mit ihrem als Dreifuß ausgebildeten Ende dessen Grund erreichte.
Woltmanns Verdienst ist, wenn er auch fast alles Wesentliche der Erfindung
Bild 7. WoLTMANNscher Flügel, ursprüngliche Bauart.
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— wie er seihst sagt — von Schober übernommen hat, doch noch groß genug. Vor allem besteht es darin, daß er die grundsätzliche Ungeeignetheit aller jener Geräte erkannt hat, die die Geschwindigkeit des Wassers nicht unmittelbar, sondern bloß auf dem Umweg über den von diesem ausgeübten Stoß oder Druck zu messen suchen. Ganz klar unterscheidet er die ersteren,
„die man Hydrotachometer, oder eigentliche Strommesser, und die letzteren, die man Hydrodynamometer, oder Stoßmesser heißen könnte. Die letzteren haben, wie mir scheint, folgende unzertrennliche Unvollkommenheiten: erstens ist das Verhältnis zwischen Stoß und Geschwindigkeit nicht allgemein bestimmt und die gewöhnliche Rechnung kann in den meisten Fällen bezweifelt werden, daß nämlich der senkrechte Wasserstoß gleich sei dem Gewichte einer Wassersäule von eben der Grundfläche als die Stoßplatte und von der Höhe, welcher der der Geschwindigkeit des Stromes zugehörigen Höhe (gemeint ist die Geschwindigkeitshöhe v 2 /2 g) gleich ist“.
Ferner bemängelt er mit Recht die komplizierte Ausführung und Handhabung aller dieser Geräte, die innere Reibung, die die Anzeigen fälscht und den Fehler, der beim Stromquadranten durch den Abtrieb des Fadens entsteht. Er verschwendete seine Zeit daher nicht, um zur großen Zahl der vorhandenen I )ynamo- meter noch einen neuen zu erfinden, sondern er erkennt ganz richtig in dem