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Otto Lanser
führte Andreas Josef Harlaciier (15) ab 1876 an der Elbe in Tetschen großzügige Messungen durch, denen er 1878 solche an der Donau bei Nußdorf folgen ließ.
Am Hauptstrom der österreichischen Monarchie waren schon früher — ebenfalls bei Nußdorf und bei der Kuchelau — Messungen ausgeführt worden, besonders in den Jahren 1850 und 1851 durch Wasserbauinspektor Nicolaus; hiebei sind die Geschwindigkeiten zwar mit einem AA’oLTMAXNschen Flügel, jedoch nur an der Oberfläche in etwa 15 Punkten des Querprofils beobachtet worden. Erst
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Bild 8. Donaumessung aus der Anfangszeit des Hydrographischen Zentralbüros.
Harlaciier hat Aüllmessungen nach den heute noch gültigen Meß- und Auswertungsgrundsätzen begonnen.
Eine solche Donaumessung ist auch heute keine einfache Sache; damals, als man noch nicht über die wendigen Motorfahrzeuge der Gegenwart verfügte, konnte ein solches Unternehmen nur dank der Mithilfe des in Klosterneuburg stationierten Pionierregiments durchgeführt werden, das vom damaligen Reichskriegsministerium dazu beauftragt worden war. Nur Pioniertruppen verfügten über die zahlreichen, für eine solche Messung erforderlichen Geräte und Pontons und nur eine militärisch geschulte Mannschaft war imstande, mit diesen die schwierigen Manöver und Bewegungen in der erforderlichen Exaktheit auszuführen.
In noch großartigerem Maßstabe als in Mitteleuropa waren aber schon um die Mitte des Jahrhunderts in Nordamerika systematische Messungen am Mississippi in den Jahren 1851 bis 1858 zum Zwecke der Regulierung dieses gewaltigen Stromes, ebenfalls unter entscheidender militärischer Mithilfe, nämlich durch die zwei Offiziere der nordamerikanischen Kriegsmarine A. A. Humphreys und H. G. Abrot, ausgeführt worden. Die Ergebnisse dieser Messungen trugen in